"Freiheit bleibt ein ureigenes und verbrieftes Recht für alle Völker"

SHB: Bringt „Brexit“ eine Neu-Definition Europas mit sich?

Samstag, 25. Juni 2016 | 21:48 Uhr

Bozen – "Obwohl man keinesfalls in die Zukunft sehen und die direkten und indirekten Folgen des „Brexit“ abschätzen kann, darf man nicht verleugnen, dass das knappe Votum der britischen Bevölkerung gegen die Europäische Union die Politiker in Brüssel gehörig wachgerüttelt hat", so SHB-Obmann Roland Lang.

"Gottseidank hat ein Nachdenken eingesetzt. Möglicherweise wird mit dem knappen Anti-EU-Abstimmungsergebnis in Großbritannien ein neues Kapitel in Europas Geschichte geschrieben, von dem über kurz oder lang auch Südtirol profitieren kann", so der SHB.

"Vielleicht hilft das Kapitel dem Friedenskonzept Europa, sich neu zu definieren. Da auch, man denke an das schottische „pro-EU“-Votum, Unabhängigkeitsbefürworter in vielen Teilen Europas Morgenluft verspüren, muss die Union ein „Dachverband der Völker“ werden, in dem jedes Volk frei wählen kann, mit wem es in Zukunft friedlich zusammenleben möchte. Das Wechseln von einer Region in die Andere sollte direkt von den Betroffenen entschieden werden können", so Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes.

"Auch in Südtirol gibt es Sezessionsbestreibungen. Das hat der unlängst in Bruneck stattgefundene „iatz“-Tag gezeigt. Der SHB hat das Ziel Freiheit und Unabhängigkeit dort mit einem Heißluftballon weithin sichtbar gemacht", so weiter Lang.

"Noch ist es der SVP gelungen, die Selbstbestimmungsbefürworter zu bändigen, aber wenn in die Geschichte unserer Heimat schaut, erkennt, dass uns 1919 und 1946 das Recht auf Selbstbestimmung verwehrt worden ist. Es mag stimmen, dass mit dem Zweiten Autonomiestatuts 1972 einiges erreicht worden ist, aber die Freiheit bleibt ein ureigenes und verbrieftes Recht für alle Völker, welche sich unter fremden Fahnen befinden. Und warum sollten ausgerechnet wir Tiroler auf unsere Freiheit verzichten?", abschließend Lang.

Von: ©ka