Sozialleistungen erschlichen - Finanzpolizei ermittelt in 39 Fällen

“Sozialschmarotzern” auf den Fersen

Dienstag, 23. Juni 2015 | 12:07 Uhr

Bozen/Trient – In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres hat die Finanzpolizei von Trentino-Südtirol 77 Fälle von Steuersubjekten aufgedeckt, die dem Fiskus bisher völlig unbekannt waren und überhaupt keine Steuern bezahlt haben.

Was noch tragischer anmutet, sind die 39 aufgedeckten Fälle von „falscher Armut“. Bürger haben dabei ihre Armut nur vorgetäuscht, um in den Genuss von Sozialleistungen zu gelangen. Sie sollen 57.000 Euro zu Unrecht bezogen haben – etwa wenn es um den Zugang zu Kinderkrippen, Ermäßigungen in der Schulmensa, Büchergutscheine, Stipendien oder Gesundheitstickets ging.

Bereits 2014 waren schon 166 „Sozialschmarotzer“ angezeigt worden. Von Jänner bis Mai hat sich die Finanzpolizei vor allem die Bekämpfung des Steuerbetrugs und der Schwarzarbeit zum Ziel gemacht.

Insgesamt 686 Kontrollen und 246 Überprüfungen wurden durchgeführt.

Bei vier Ermittlungen der Finanzpolizei ging es hingegen um unrechtmäßig ausbezahlte EU-Gelder – darunter auch aus dem Europäischen Sozialfonds – in Höhe von 231.000 Euro. Vier Bürger wurden deshalb angezeigt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

In der Region Trentino-Südtirol wurden insgesamt 68 Fälle von Steuerbetrug sowie andere Delikte in Zusammenhang mit Steuern aufgedeckt. Dabei wurden Güter im Wert von 6,5 Millionen Euro beschlagnahmt.

Häufig fündig werden die Finanzpolizisten in unserer Region bei Steuerquittungen und Kassenbelegen. Bei 3.468 Kontrollen wurden in 20,5 Prozent der Fälle Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Auch die Schwarzarbeit ist weiter ein Thema für die Finanzpolizei: 29 Arbeitgeber in der Region haben insgesamt 78 Arbeiter total schwarz beschäftigt und weitere 133 irregulär. Weiters wurden in Trentino-Südtirol um 1,4 Millionen Euro öffentliche Aufträge nicht ordnungsgemäß vergeben.

Die Finanzpolizei hat zudem 32 Kilogramm Drogen und 38.000 Euro Schwarzgeld beschlagnahmt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen