Neue Führung kämpft mit Altlasten

Sportclub Meran: Finanzpolizei ermittelt

Freitag, 26. Juni 2015 | 12:07 Uhr

Meran – Auch nachdem man sich der Sportclub Meran des alten Präsidenten entledigt hat, kommt der größte Sportverein des Landes nicht aus den Negativschlagzeilen: Die Finanzpolizei geht im Fall der Sektion Handball dem Vorwurf der Steuerhinterziehung nach.

Als Thomas Ladurner im April dieses Jahres für eine weitere Amtszeit als Präsident nicht mehr zur Verfügung stand, atmete man beim SCM auf. Bekanntlich steht der junge Rechtsanwalt vor Gericht wegen mutmaßlich strafbarer Handlungen bei der Ausübung einer Sachwalterschaft.

Allerdings kämpft sein Nachfolger Karl Freund mit den Altlasten. Die Finanzpolizei hat im Vereinsheim des Sportclubs am Rennweg und in Privatwohnungen Unterlagen der Sektion Handball beschlagnahmt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Die Fahnder ermitteln, ob im Zuge von Sponsorenvereinbarungen Scheinrechnungen ausgestellt worden sein könnten, um Schwarzgeldzahlungen zu kaschieren. „Wir warten, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind. Dann werden wir gegebenenfalls weitere Schritte einleiten“, erklärt SCM-Präsident Freund den „Dolomiten“ gegenüber.

Er stellt klar, dass es sich bei der Sektion Handball formalrechtlich um einen eigenen Verein mit eigener Mehrwertsteuernummer und eigener Buchhaltung handle. Außerdem würden die Überprüfungen nicht die aktuelle Führung der Sektion, sondern den Zeitraum 2009 bis 2013 betreffen, als die alte Sektionsleitung um den „Meistermacher“ und Präsidenten Manfred Unterhauser im Amt war.

Genau diese Personalie treibt Freund die Schweißperlen auf die Stirn. Denn Unterhauser ist 2013 zwar als Sektionspräsident abgetreten, aber bereits seit 2007 Geschäftsführer des gesamten Sportclubs Meran.

Der Vorstand traf sich in den vergangenen Tagen zu einigen Krisensitzungen. Der SCM hat durch die Angelegenheit einen Imageschaden erlitten, der wohl so schnell nicht zu beheben sein wird, berichten die „Dolomiten“. Unterhauser erklärte, dem Tagblatt gegenüber, dass er sich in der Angelegenheit nicht äußern wolle.

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt