Beschwerden über "Sauforgien"

St. Lorenzen: Striktes Alkoholverbot auf Spielplätzen

Freitag, 12. Juni 2015 | 12:02 Uhr

St. Lorenzen – Der Bürgermeister von St. Lorenzen, Martin Ausserdorfer, hat mit einer eigenen Anordnung den Konsum von Alkohol in jeglicher Form auf allen öffentlichen Kinderspielplätzen im gesamten Gemeindegebiet verboten. Dass das Verbot auch eingehalten wird, dafür sollen Carabinieri, Staats- und Gemeindepolizei sorgen. Dies berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Grund für die Maßnahme sind Beschwerden von mehreren Bürgern über Jugendliche, die auf Kinderspielplätzen regelrechte „Sauforgien“ zu veranstalten.

Bereits vor sieben Jahren hat die Marktgemeinde St. Lorenzen – wie viele andere Gemeinden auch – eine eigene Gemeindeverordnung zum Alkoholkonsum genehmigt. Darin wurde unter anderem festgeschrieben, dass „wirksame Maßnahmen erlassen werden, um Gesundheitsrisiken und Schäden vorzubeugen, welche durch den Alkoholkonsum entstehen können.“ Die Gemeinde arbeitet in diesem Zusammenhang mit dem örtlichen Jugendtreff „Inso Haus“ zusammen.

Seit Jahren werden die Lizenzen für öffentliche Veranstaltungen mit der Auflage ergänzt, dass es verboten ist, „alkoholische Getränke mitzubringen oder alkoholische Getränke auf öffentlichen Plätzen außerhalb des Veranstaltungsortes im Umkreis von 100 Metern zu konsumieren“.

Trotz der Prävention klappt aber nicht alles reibungslos. Vor allem nach Wochenenden würde man auf öffentlichen Spielplätzen immer wieder Spuren des „unsinnigen Treibens“ von Jugendlichen finden, wie Ausserdorfer laut „Dolomiten“ erklärt. Gemeint sind Flaschen und Scherben, die eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr für Kinder darstellen.

Auch in Bruneck gibt es bereits seit Längerem eine ähnliche Verordnung. Zudem verweist Ausserdorfer laut „Dolomiten“ auf die einschlägigen Gesetze, die verbieten, alkoholische Getränke an Minderjährige oder an offensichtlich betrunkene Personen auszuschenken und zu verkaufen.

Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen bis zu einigen hundert Euro. Außerdem können die Ordnungshüter die Getränke beschlagnahmen. Bei öffentlichen Veranstaltungen ist zudem der Veranstalter mitverantwortlich. Neben dem Bußgeld muss er auch mit einer frühzeitigen Schließung der Veranstaltung rechnen.

Von: ©mk

Bezirk: Pustertal