Bürgermeister Moroder trifft SVP-Bezirksobmann Perathoner

St. Ulrich: Wählen gehen oder Kommissariat

Donnerstag, 16. April 2015 | 16:21 Uhr

St. Ulrich – Der amtierende Bürgermeister von St. Ulrich in Gröden, Ewald Moroder, traf sich jüngst mit dem Bezirksobmann von Bozen Stadt und Land Christoph Perathoner, um die anstehenden Gemeinderatswahlen zu besprechen, die ja zu einem landesweiten Sonderfall geworden sind. In St. Ulrich in Gröden tritt bei den Wahlen nur die Edelweiß-Liste an, die 17 Kandidaten für 18 Ratssitze zählt, wird allerdings die absolute Mehrheit der Wahlteilnehmer nicht erreicht, ist die Wahl ungültig. Bürgermeister Moroder gibt sich kämpferisch: „Wir werden uns mit Demut, Fleiß und Überzeugung für jede einzelne Stimme bemühen, weil wir nicht akzeptieren können, dass unser St. Ulrich von einem auswärtigen Kommissar verwaltet wird.“ In die gleiche Kerbe schlägt Bezirksobmann Perathoner, der das Antreten einer einzigen Liste wie folgt kommentiert: „Es stimmt nicht, dass es in St. Ulrich keine Wahl gäbe. Es gibt sehr wohl eine klar und bedeutende Wahl: die Wählerinnen und Wähler entscheiden zwischen einer von den Bürgerinnen und Bürgern von St. Ulrich gewählten Gemeindeführung und einem monatelangen, fremd bestimmten Kommissariat, was einem Stillstand gleich kommt“.
 
Die Oppositionsparteien hatten in St. Ulrich kurzfristig und unerwartet entschieden, sich nicht mehr der Gemeinderatswahl zu stellen, womit es eine einzige wahlwerbende Liste bei den Gemeinderatswahlen gibt. Wenn bei den Wahlen allerdings nicht die absolute Mehrheit der Wahlberechtigten zur Wahl schreitet, ist die Wahl ungültig und es wird ein Kommissar eingesetzt, der die Gemeinde St. Ulrich bis zur Neuwahl des Gemeinderates verwaltet.
 
Bürgermeister Moroder führt aus, dass sich eine bunt gemischte und hochmotivierte Gruppe von Frauen und Männern jeden Alters und von den verschiedensten Berufsgruppen gefunden hat, die sich sie bereit erklärt, für St. Ulrich zu arbeiten und sich einsetzen zu wollen. Moroder wörtlich: „Diese Mitbürgerinnen und Mitbürger verdienen eine Chance zu arbeiten. Ihren Einsatz für St. Ulrich durch einen Boykott der Wahlen zu Nichte zu machen, wäre aus demokratischer Sicht einfach unfair“. In der Tat kann den 17 Kandidaten in St. Ulrich nicht angekreidet werden sich für St. Ulrich zur Verfügung zu stellen, wenn andere, die monatelang alle Möglichkeiten dazu hatten, sich nicht entschließen konnten für St. Ulrich aktiv zu werden.
 
Bürgermeister Ewald Moroder will für seine Gemeinde sein Bestes geben und die angefangenen Projekte, Programme und Arbeiten weiterbringen. „Wir werden uns mit Demut, Fleiß, persönlichem Einsatz und Überzeugung für jede einzelne Stimme bemühen, weil wir nicht akzeptieren können, dass unser St. Ulrich von einem auswärtigen Kommissar verwaltet wird. Das verdient St. Ulrich als größte ladinische Gemeinde einfach nicht“, meint Moroder wörtlich, „wir werden auch die Menschen aufklären müssen, was es für St. Ulrich bedeutet, wenn von Oben ein Kommissar eingesetzt wird, der dann über Monate St. Ulrich verwalten soll“, so der Spitzenkandidat weiter. Bei einem Kommissariat würde im Regelfall nur die ordentliche Verwaltung weitergeführt werden. Geplante Projekte würde somit zuerst mal eingefroren und laufende Projekte, sofern sie nicht schon in Durchführung begriffen sind, wahrscheinlich ausgesetzt werden.
 
Bezirksobmann Perathoner: „In St. Ulrich müssen die Wählerinnen und Wähler eine verantwortungsbewusste Wahl zwischen 17 Mitbürgerinnen und Mitbürgern und dem Kommissariat treffen. Wer nicht zur Wahl geht, entscheidet sich dadurch für einen Kommissar, von dem heute noch niemand weiß, wer dies werden wird und woher er kommen wird. Wenn St. Ulrich sich für ein Kommissariat entscheiden sollten, dann wäre dies nicht nur die Verurteilung von St. Ulrich zum gemeindepolitischen Stillstand, sondern sicher die größte Niederlage der Demokratie in Gröden seit Jahrzehnten.“

Von: ©mk

Bezirk: Salten/Schlern