Zeugen werden per Videokonferenz vernommen

Stein an Stein 2: Doch keine Wienreise des Strafsenats

Dienstag, 01. September 2015 | 12:20 Uhr

Bozen – Da Petra Windt und Martin Kofler der Vorladung nach Bozen nicht Folge geleistet haben, wollte der Strafsenat zu ihnen nach Wien reisen. Bekanntlich sollen beide als Zeugen im zweiten Verfahren rund um die Gesellschaft Stein an Stein und das Kraftwerk in Mittewald aussagen. Nun hat das italienische Justizministerium dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Die Wienreise sei zu teuer und zu komplex, heißt es vom Ministerium. Das Justizministerium hat die Wienreise auch deshalb abgelehnt, weil in Österreich nur der Richter die vorgegebenen Fragen stellen könnte. Die Verteidigung hätte keine Möglichkeit, sich einzubringen. Stattdessen soll die Befragung der Zeugen per Videokonferenz erfolgen. Der Prozess geht am Bozner Landesgericht am 9. September in die nächste Runde.

Vor allem Petra Windt, die Studienkollegin von Ex-SEL-Direktor Maximilian Rainer, gilt für die Staatsanwaltschaft als Schlüsselzeugin. Die Anklage geht davon aus, dass sie von Rainer beim Kauf des Kraftwerks in Mittewald nur vorgeschoben wurde. 30 Prozent am Kraftwerk hielt hingegen Martin Kofler von der EVB in Lienz.

Am 9. September dürften auch die Mitglieder der früheren Landesregierung in den Zeugenstand gerufen werden. In dem Verfahren geht es wie berichtet um die Unterschutzstellung des Eisack. Oberstaatsanwalt Guido Rispoli glaubt, dass der entsprechende Wassernutzungsplan zugunsten des Kraftwerkes Mittewald
abgeändert worden sei.

Dies sei im Interesse von Rainer sowie von Ex-Landesrat Michl Laimer, Ex-SEL-Präsident Klaus Stocker und Ex-SEL-Aufsichtsratspräsident Franz Pircher gewesen. Sie müssen sich wegen Amtsmissbrauch verantworten.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Wipptal