Petra Windt ist gestern nicht erschienen

Stein an Stein 2: Gericht tagt in Wien

Freitag, 10. Juli 2015 | 09:22 Uhr

Bozen/Wien – Wie gestern vorhergesagt, ist Petra Windt nicht zum Prozess rund um das Kraftwerk Mittewald in Bozen erschienen.

Weil sie als unverzichtbare Zeugin gilt, hat das Gericht daher entschieden, im September zu ihr nach Wien zu reisen.

Auch Martin Kofler aus Lienz tauchte gestern nicht auf. Windt soll laut Medienberichten an seine Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH (EVB) 30 Prozent der Anteile am Kraftwerk Mittewald abgetreten haben.

Zwei Tage wurden für die Befragung eingeplant. Erst tagt das Gericht in Wien zur Einvernahme von Petra Windt, tags darauf in Lienz, um die Zeugenaussage von Kofler anzuhören.

Die Gerichtsverhandlungen werden unter Vorsitz eines österreichischen Richters und nach österreichischem Recht abgewickelt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (9.7.2015)

Auch im Fall „Stein an Stein 2“ soll Petra Windt zum Kraftwerk Mittewald als Zeugin aussagen: Sollte die Wienerin heute Nachmittag nicht vor Gericht erscheinen, worauf einiges hindeutet, dann bleibt dem Strafsenat keine andere Wahl, als die sprichwörtlichen Koffer zu packen und die Anhörung in Österreich durchzuführen.

Der zweite Strang des „Stein an Stein“-Prozesses hat es in sich: Es geht um mutmaßlichen Amtsmissbrauch bei der Wasserableitung und der Konzession für das Kraftwerk Mittewald.

Auf der Anklagebank sitzen, wie berichtet, der frühere Landesrat Michl Laimer, der ehemalige SEL-Generaldirektor Maximilian Rainer, Franz Pircher und Klaus Stocker. Sie sollen die Fäden so gezogen haben, dass die Landesregierung den Wassernutzungsplan abändert – zum Vorteil für das Kraftwerk Mittewald und zum Nachteil für die Eisackwerk GmbH.

Der Leitende Staatsanwalt Guido Rispoli glaubt bekanntlich, dass Windt beim Kauf des Kraftwerks Mittewald als Strohfrau fungiert hat und wichtige Erkenntnisse liefern könnte.

Weil Petra Windt, die Studienkollegin von Ex-SEL-Direktor Maximilian Rainer, deshalb als unverzichtbare Zeugin gilt, ist laut Medienberichten der einzig mögliche Weg jener, das italienische Justizministerium einzubeziehen, damit es sich mit dem österreichischen in Verbindung setzt – vorausgesetzt sie erscheint heute nicht im Zeugenstand.

Das österreichische Ministerium hat die Möglichkeit, zu erlauben, dass das Bozner Gericht in einem Wiener Gerichtssaal tagt, um Zeugen vor Ort zu befragen. Wird Windt tatsächlich in Wien befragt, wird sich der Prozess wohl hinausziehen. Vor Herbst wird die genannte Prozedur nicht über die Bühne gebracht werden können.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen