Kundgebung als Ausdruck des Misstrauens

Sterzing: Der Anfang vom Ende des Spitals?

Donnerstag, 14. Juli 2016 | 12:00 Uhr

Sterzing – Einen Tag, nachdem die Schließung der Geburtenabteilung in Sterzing am 31. Oktober bekannt wurde, ist der Ärger über den Beschluss der Landesregierung groß. Am Donnerstag soll eine große Protestkundgebung als Ausdruck des Misstrauens stattfinden, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Der Sterzinger Bürgermeister Fritz Karl Messner setzt sich seit Jahrzehnten für die Belange des Krankenhauses ein und kämpft seit drei Jahren für den Erhalt der Geburtenstation. „Wir werden am Donnerstag bei der Misstrauenskundgebung unseren Unmut zum Ausdruck bringen. Eine Geburtenstation zu schließen, welche alle Qualitäts- und Sicherheitsstandards erfüllt und seit Jahren bestens funktioniert, ist für mich nicht nachvollziehbar“, erklärt Messner laut „Dolomiten“. Man sei nicht gewillt, dies so hinzunehmen.

Der Bürgermeister von Franzensfeste, Thomas Klapfer, der seit 25 Jahren politisch aktiv ist, betont gegenüber den „Dolomiten“: „Es wurde bereits zu viel Porzellan zerschlagen. Durch die ewigen, bereits Jahrzehnte dauernden Diskussionen ist die Unsicherheit größer denn je. Klare Aussagen fehlen: Einmal gibt es Zusicherungen, dann wieder nicht.“ Für ihn stelle sich die Frage, ob dies der Anfang vom Ende des Krankenhauses sei.

Für Bürgermeister Sebastian Helfer ist die Schließung der Geburtenstation eine Katastrophe: „Mit der Geburtenstation verbinden wir unsere Bezirksidentität, und nun wird uns diese genommen. Der Landeshauptmann hat entschieden, und nun wird es so sein. Leider sehe ich keinen Hoffnungsschimmer mehr, und es wird für die Zukunft sehr schwierig werden, auch für das Krankenhaus Brixen.“

Der Bürgermeister vom Brenner, Franz Kompatscher, zeigt sich kämpferisch: Die Konflikte mit den Flüchtlingen und die damit verbundene drohende Schließung der Grenze sowie die Polemik um das Krankenhaus würden kein Ende nehmen. „Jeden Tag wollen die Landespolitiker uns Wipptalern etwas Neues wegnehmen. Das ist ein Kampf, den nur die Landespolitik gewinnen kann. Das wird politische Konsequenzen nach sich ziehen. Denn wir sehen hier keine Perspektiven mehr. Ich bin mehr als enttäuscht, das Krankenhaus muss in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Die Peripherie gehört gestärkt und nicht geschwächt. Und deshalb bin ich bei der Kundgebung dabei“, erklärt er gegenüber den „Dolomiten“.

Auch Gemeinden Pfitsch und Freienfeld hatten sich für die Geburtenstation in Sterzing ausgesprochen.

Von: ©mk

Bezirk: Wipptal