„Wer sich nicht als Italiener fühlt, soll nach Österreich auswandern“

STF: Hetze gegen Südtirol in Italien – VIDEO

Mittwoch, 03. Juni 2015 | 22:06 Uhr

Bozen – Die besondere Rolle Südtirols innerhalb Italiens ist für manche Italiener, die im übrigen Staatsgebiet leben, oft nicht nachvollziehbar.

Hier geht es zum Video (Südtirol Heute)

Laut Süd-Tiroler Freiheit werde dieses Unverständnis in Medien teilweise ausgenutzt und es werde gezielt geschürt.

Der Landtagsabgeordnete Sven Knoll berichtet in einer Aussendung von „offener Aggression in italienischen Medien“, mit der inzwischen gegen Südtirol gehetzt werde. „Diese gezielte Kampagne zeigt bereits Wirkung und führt dazu, dass im Fernsehen und auf der Straße sogar schon völlig schamlos Vertreibungsrhetorik verbreitet wird. Der Grundtenor lautet dabei: Wenn sich die Südtiroler nicht als Italiener fühlen, sollen sie das Land verlassen und nach Österreich auswandern“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Zuvörderst habe sich der staatliche Fernsehsender RAI mit seiner Sendung „porta a porta“ zur Speerspitze dieser Hetzkampagne gemacht. Immer wieder würden inhaltlich falsche Berichte veröffentlicht, die Südtirol als Schmarotzerland abstempeln würden, so die Bewegung. „Letzten Montag ließ sich der Moderator sogar zur verächtlichen Aussage hinreißen, dass es unverständlich sei, dass sich die Südtiroler noch immer nicht mit der italienischen Trikolore identifizieren, denn schließlich hätten sie mehrfach Gelegenheit gehabt nach Österreich abzuwandern“, betont Knoll.

Dass diese Hetzkampagne ihre Wirkung nicht verfehlt, zeige ein Bericht von Südtirol Heute, der gestern ausgestrahlt wurde. Darin wurden Italiener zur Eigenheit der Südtiroler befragt, mit teils ungeheuerlichen Antworten wie: „Ich finde es schlimm, dass in den Geschäften nur Deutsch gesprochen wird“, „Wenn sie sich schon nicht als Italiener fühlen, sollen sie gefälligst nach Österreich auswandern“ oder „Die Südtiroler glauben, dass es ihr Land sei, aber es ist und bleibt Italien“.

„Zur Ehrenrettung der Italiener sei gesagt, dass es selbstverständlich auch viele gebildete Menschen in Italien gibt, die die Geschichte Südtirols genau kennen und sich dieser Gossenrhetorik nicht anschließen. Dass mit dieser Hetzkampagne aber immer erfolgreicher Stimmung gegen Südtirol gemacht wird, darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, fügt Knoll hinzu.

Der Landtagsabgeordnete hat daher eine Anfrage im Landtag eingereicht, um in Erfahrung zu bringen, wie die Landesregierung gegen diese Hetzkampagne der RAI vorzugehen gedenkt, denn es sei inakzeptabel, dass die Südtiroler für so ein Programm auch noch Fernsehgebühren zahlen müssten.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen