„Keine Untersuchungen zu Sprachkenntnissen der Schüler“

STF: “Landesregierung gefährdet muttersprachlichen Unterricht”

Montag, 27. April 2015 | 17:16 Uhr

Bozen – Bekanntlich hat die Süd-Tiroler Freiheit wenig Freude daran, wenn am Prinzip der muttersprachlichen Schule im Land gerüttelt wird. Nun hat der Landtagsabgeordnete Sven Knoll eine Anfrage eingereicht.

„Seit Monaten wird die muttersprachliche Schule in Südtirol von einigen Elternvertretern und grünalternativen Politkern systematisch schlechtgeredet. Mit pauschalen Behauptungen über schlechte Sprachkompetenzen werden Eltern gezielt verunsichert und die Landesregierung zu Schulexperimenten gedrängt, die den muttersprachlichen Unterricht gefährden“, wettert Knoll.

Daher sei nun eine Anfrage an die Landesregierung eingereicht worden, um in Erfahrung zu bringen, wie es um die Sprachkenntnisse der Schüler in der zweiten Landessprache bestellt ist. Nachdem er die Antwort erhalten hat, kommt Knoll zum Schluss: „Die Landesregierung hat keine Ahnung.“

„Es ist unbestritten, dass das Ziel der Südtiroler Schulen sein muss, den Schülern neben der Muttersprache bestmögliche Kompetenzen in der zweiten Landessprache zu vermitteln. Der Schlüssel hiefür kann jedoch nur in der Qualität des Unterrichtes liegen und nicht in der Aufgabe des muttersprachlichen Unterrichtes“, ist Knoll überzeugt.

Die italienische Schule experimentiere mit der Vorverlegung des Zweitsprachenunterrichtes und diversen CLIL-Projekten bereits seit Jahren. Die Beantwortung der Anfrage beweise nun jedoch, dass die Landesregierung keine Ahnung hat, ob diese Experimente überhaupt zu einer Verbesserung der Sprachkompetenzen geführt haben, so die Süd-Tiroler Freiheit.

„Es ist erschreckend, mit welch stümperhafter Ignoranz die Landesregierung in der Schule herumexperimentiert und dabei das Prinzip des muttersprachlichen Unterrichtes gefährdet, ohne seriös zu erheben, wie es überhaupt um die Sprachkenntnisse der Schüler bestellt ist. Bar jeder wissenschaftlichen Grundlage wird einfach behauptet, dass die Südtiroler schlecht Italienisch lernen würden. Wie gut oder schlecht die Italiener aber Deutsch sprechen, interessiert offenbar niemanden“, so Knoll.

Diese Entwicklung ist äußerst besorgniserregend und zeigt auf, dass der SVP zunehmend das Bewusstsein für den Wert der Muttersprache abhandenkommt. Beim Gesetz zum Autonomie-Konvent hat die SVP bereits — zusammen mit den Grünen — einen Antrag der Süd-Tiroler Freiheit niedergestimmt, welcher vorsah, dass am muttersprachlichen Unterricht festgehalten wird. Ohne muttersprachlichen Unterricht gibt es jedoch kein Überleben als ethnische Minderheit in einem fremdnationalen Staat“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen