"Oberschlesische Identität ist gemeinsames Erbe"

STF unterstützt Autonomiebewegung in Oberschlesien

Sonntag, 12. Juli 2015 | 15:01 Uhr

Kattowitz – Am 11. Juli fand in der oberschlesischen Hauptstadt Kattowitz zum nuenten Mal der jährliche Autonomiemarsch mit diesmal rund 4.000 Personen statt. Der Veranstalter war die schlesische Autonomiebewegung “Ruch Autonomii Śląsk (RAŚ)”. Sie ist, wie die Süd-Tiroler Freiheit, Mitglied der Europäischen Freien Allianz (EFA).

Dem Autonomiemarsch war eine zweitägige Konferenz “Europa in Schlesien – Schlesien in Europa” vorausgegangen, an der mehrere Vertreter der Mitgliedsparteien der EFA das jeweilige Autonomiemodell ihrer Region vorstellten.

Für die Süd-Tiroler Freiheit war Cristian Kollmann mit dabei. In seinem Vortrag zeigte Kollmann die Vor- und Nachteile der Südtirol-Autonomie auf und betonte jedoch, dass für Südtirol nicht die Autonomie, sondern die Unabhängigkeit die endgültige Lösung sein könne. Die Situation in Oberschlesien, sei, so Kollmann, völlig anders als jene in Südtirol: “Im Vergleich zu Südtirol hat Oberschlesien nichts. Die Autonomie wäre daher bereits ein erster großer Schritt nach vorne”.

Die schlesische Autonomiebewegung kämpft für die Anerkennung des Schlesischen als eigene Minderheitensprache und fordert somit für diese einen Status, über den das im Norden Polens gesprochene Kaschubische bereits verfügt. Ebenso setzt sich die Bewegung für den Erhalt und die Pflege des Deutschtums in Oberschlesien ein. Jerzy Gorzelik, der Vorsitzende von RAŚ, sagte auf der Kundgebung im deutschen Teil seiner Rede: “Wir erinnern uns auch an diese Vielfalt, die der oberschlesischen Identität zu Grunde liegt. Ihre Sprache und ihre Kultur gehört zu unserem gemeinsamen Erbe. Sie soll in Oberschlesien nicht vernichtet, vergessen noch verdrängt werden.”

Von: ©lu

Bezirk: Bozen