Umdenken in der Almwirtschaft

Streifen bald Wolfsrudel durchs Land?

Montag, 15. Juni 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Südtirol bereitet sich auf die Rückkehr der Wölfe vor. Nach dem Exemplar M24 am Mendelkamm wurde jetzt im Vinschgau die Präsenz eines zweiten Wolfes nachgewiesen. Beide sollen aus dem Apennin stammen.

Laut dem Tagblatt Dolomiten sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Südtirol wieder ein Wolfsrudel herumstreift. Wie schnell aus Einzelexemplaren ein Rudel entstehen kann, hat sich in den Lessinischen Bergen im Süden des Trentino gezeigt. Dort gab es bereits nach einem knappen Jahr den ersten Wurf, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Um vorbereitet zu sein, will das Land bereits jetzt Maßnahmen für eine gesicherte Rückkehr dieses Raubtieres treffen. Ein Wolf-Managementplan soll entstehen. Dazu wurde bereits ein erstes Treffen mit Experten aus Graubünden abgehalten. Hilfe im Umgang mit dem Wolf bekommt Südtirol auch vom Umweltministerium.

Die Wölfe stellen besonders für die Almwirtschaft ein Problem dar, weil sie mehr Schafe und Ziege reißen als Bären. Ein Umdenken in der Almwirtschaft wird demnach wohl erforderlich sein. Dass Schaf- und Ziegenherden künftig ohne Schutz aufgetrieben werden, wird sich ändern müssen.

Für den Menschen wird die Rückkehr des Wolfes weniger problematisch sein, als jene des Bären. 

„Der Wolf geht kein Risiko ein und hält sich vom Menschen fern“, sagt Andreas Agreiter, Direktor im Landesamt für Jagd und Fischerei. Die Gefahr, die z.B. für einen Wanderer von einem Wolf ausgehe sei jedenfalls weit geringer als die im Straßenverkehr. „Der Unterschied ist einzig, dass wir an die eine Gefahr gewohnt sind, an die andere nicht“, sagt Andreas Agreiter gegenüber den „Dolomiten“.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen