Prof. Markus Herrmann und Dr.in Irene Pusceddu

Studie: Vitaminmangel verursacht Zellalterung

Dienstag, 08. September 2015 | 19:21 Uhr

Bozen – Das wissenschaftliche Team des Zentrallabors für klinische Pathologie im Krankenhaus Bozen konnte nachweisen, dass die Einnahme bestimmter Vitamine das menschliche Erbgut signifikant beeinflusst.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnten Wissenschaftler des Bozner Krankenhauses nachweisen, dass die Vitamine B6, Vitamin B9 (Folsäure) und B12 eine wichtige Rolle bei der Zellalterung spielen. Das Team um Prof. Markus Herrmann und Dr.in Irene Pusceddu konnte zeigen, dass die Einnahme dieser Vitamine das menschliche Erbgut signifikant beeinflusst. Diese Vitamine scheinen durch einen als Epigenetik bezeichneten Mechanismus direkt die DNA zu beeinflussen. Dabei kommt es zu einer Veränderung der Länge der sogenannten Telomere.

Telomere bilden die Endstücke der DNA und schützen diese vor schädigenden Einflüssen. Sie spielen somit eine wichtige Rolle bei der Zellalterung. Die Resultate der Bozner Forscher sind von großem Interesse, da Vitaminmangelzustände gerade bei älteren Menschen häufig vorkommen. So ist seit langem bekannt, dass Vitaminmängel die Entstehung von altersassoziierten Erkrankungen wie z.B. Demenz, Gefäßerkrankungen und Osteoporose fördern. Die Ergebnisse der Bozner Wissenschaftler wurden in der August-Ausgabe der renommierten Zeitschrift „European Journal of Nutrition" veröffentlicht.

Die bisherigen Forschungsergebnisse werden derzeit durch weitere Studien vertieft. Eines der laufenden Projekte ist die Untersuchung des Vitaminstatus in der Südtiroler Bevölkerung. Darüber hinaus ist das Team von Prof. Herrmann an großen internationalen Kooperationsprojekten, wie z.B. der LURIC-Studie (Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health Stud) beteiligt, bei der der Zusammenhang zwischen Vitaminhaushalt und Zellalterung bei mehr als 3000 Herz-Kreislauf-Patienten untersucht wird. Alle diese Projekte werden in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes (Deutschland), der Universität Mannheim (Deutschland) und IMREST, dem Interdisciplinary Medical Research Center – South Tyrol, durchgeführt. IMREST ist eine vor kurzem gegründete Vereinigung der forschenden Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes.

Weitere Informationen

Zentrallabor für klinische Pathologie, Krankenhaus Bozen, Tel. 0471 909 675

Von: ©ka