"Im Ausland fast nur italienische Ortsnamen verwendet"

Süd-Tiroler Freiheit kritisiert SMG

Dienstag, 09. Juni 2015 | 12:14 Uhr

Bozen – In dieser Woche wird im Südtiroler Landtag ein Beschlussantrag der Süd-Tiroler Freiheit behandelt, mit dem die Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG) angewiesen werden soll, in der Tourismuswerbung nahezu ausnahmslos nur noch die historisch fundierten Orts- und Flurnamen zu verwenden.

Für Sven Knoll, den Ersteinbringer des Beschlussantrages, ist es unverständlich, „dass die SMG derzeit sich fast ausschließlich der so genannten italienischen geografischen Namen, die zudem zu über 90 Prozent reine Konstruktionen darstellen, bedient, und zwar nicht nur in der italienischen, sondern auch in der englisch-, französisch-, ja sogar niederländischsprachigen Werbung“.

Der Abgeordnete hält fest: „Die Fehlentscheidung der SMG liegt auf der Hand, denn durch die italienisch klingende Nomenklatur wird Südtirol der Mehrheit der Märkte als in erster Linie italienischsprachiges Land präsentiert. Dieses Bild entsprecht jedoch nicht der Realität und bedarf daher dringend der Korrektur!“

Der Beschlussantrag, der vom ehemaligen Landestoponomasten und nunmehrigen Pressesprecher der Landtagsklubs der Süd-Tiroler Freiheit, Cristian Kollmann, ausgearbeitet wurde, stütze sich auf eine Reihe von linguistischen Argumenten, die von den verantwortlichen Politikern bislang ignoriert worden seien. Nach streng wissenschaftlichen Kriterien seien nun „Richtlinien für den Gebrauch von Südtiroler Orts- und Flurnamen in der Tourismuswerbung“ erstellt worden.

Kollmann kommentiert den Beschlussantrag mit den Worten: „Niemand zwingt die SMG, die Feriengäste mit faschistisch belasteten und pseudoitalienischen Orts- und Flurnamen in die Irre zu führen. Es ist höchst an der Zeit, dass sich der Landtag auf einen wissenschaftlichen Diskurs einlässt und erkennt, dass geografische Namen, wie die übrigen Traditionen, Teil der Kultur sind. Sie gehören der Allgemeinheit und sind nicht als Ware zu betrachten, die von den Touristikern (aber nicht nur) beliebig und aus einem falschen Selbstverständlichkeitsdenken heraus marktspezifisch angepasst werden darf.“

Sven Knoll erwartet sich vom Landtag, dass dieser dem Beschlussantrag mehrheitlich zustimmt und damit klar das Signal aussendet, dass man sich von der „Verbreitung und Relativierung von faschistischem Namen- und Gedankengut“ endlich distanzieren möchte.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen