Erste Verträge unterzeichnet

Südtiroler Bausparmodell ist Wirklichkeit

Montag, 29. Juni 2015 | 15:57 Uhr

Bozen – Das Südtiroler Bausparmodell ist Wirklichkeit: Ab sofort können Bürger, die in einen Zusatzrentenfonds eingeschrieben sind, die neue Fördermöglichkeit in Anspruch nehmen und ein Darlehen zu einem günstigen Zinssatz von 1,5 Prozent aufnehmen. Heute waren Landeshauptmann Arno Kompatscher und Wohnbaulandesrat Christian Tommasini dabei, als die ersten Verträge unterzeichnet worden sind.

Die neue Form des Bausparens richtet sich besonders an junge Südtiroler, für die eine Wohnung am freien Markt zu teuer ist und deren Einkommen für eine der übrigen Fördermaßnahmen des Landes zu hoch ist: Wer unter 55 Jahre alt ist, seit mindestens acht Jahren in einen Zusatzrentenfonds eingeschrieben ist, mindestens seit fünf Jahren in Südtirol ansässig ist, mindestens 15.000 Euro im Rentenzusatzfonds angespart hat und eine Erstwohnung in Südtirol finanzieren will, darf dem Programm beitreten.

Das Land unterstütze die Bürger bereits mit zahlreichen Beihilfen beim Kauf, beim Bau und bei der Renovierung eines Eigenheims, etwa durch geförderten Wohnbau oder die Konventionierung, erinnerte Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Vorstellung des Programms Bausparen im Innenhof vom Landhaus 1. "Mit der Wohnbaupolitik trägt das Land seit Jahrzehnten dazu bei, dass die Südtiroler sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen können. Somit wird Lebensqualität und Sicherheit geschaffen und gleichzeitig auch die Wirtschaft gefördert", sagte der Landeshauptmann. Als einen weiteren wichtigen Baustein in der Wohnbaupolitik hob er das neue Modell des Bausparens vor. Das Programm sei bewusst kunden- und nutzerfreundlich aufgestellt und so konzipiert, dass es einen möglichst niederschwelligen und unbürokratischen Zugang ermöglicht.

Landesrat Christian Tommasini unterstrich, dass der Gedanke hinter dem Programm die sich verändernde Familienstruktur in Südtirol sei. "Die nächsten Generationen werden in Zukunft beim Wohnungskauf nicht mehr oder nur im vereinzelten Fall auf die Hilfe der Eltern zählen können. Diese Art des Sparens soll den Grundstein dafür legen, dass der Wunsch auf die eigenen vier Wände auch in Zukunft realisiert werden kann", sagte Tommasini. Dieses Modell sei in Italien einzigartig.  Der Bürger könne sich am Schalter seiner Bank darüber informieren. Es sei sowohl für den Bau der Wohnung, den Erwerb einer Erstwohnung als auch für die Renovierung der Erstwohnung anwendbar.

Ein großer Vorteil des Programms sei der sehr günstige Zinssatz, erläuterte Reiner Steger, Verwaltungsratsmitglied von Pensplan: "Das Bausparmodell sieht einen Fixzinssatz von 1,5 Prozent für die gesamte Laufzeit des Kredits vor." Das Land habe bereits 20 Millionen Euro für diese neue Finanzierungsform vorgesehen. Johannes Schneebacher, Generaldirektor der Südtiroler Volksbank sagte: "Das Bausparen ist eine Initiative, die wir alleine nicht auf die Beine stellen hätten können. Auch das war ein Grund für uns, sie zu unterstützen. Wir hoffen auf weitere Finanzierungsmodelle dieser Art." Nicola Calabró, Generaldirektor Südtiroler Sparkasse, erinnerte daran, dass die Sparkasse bereits in den 1970ern das Bausparen nach deutschem Modell angeboten habe und ergänzte: "Die jetzige Kombination, auf der einen Seite das vom Land Südtirol geförderte Bauspardarlehen zu einem fixen Zinssatz von 1,5 Prozent, auf der anderen Seite das besonders in der jetzigen Niedrigzinsphase, sehr günstige Eigenheimdarlehen der Sparkasse, sind eine einmalige Gelegenheit. Es gilt deshalb, die Gunst der Stunde zu nutzen."

Nach der Sommerpause gibt es bei einer Reihe von Veranstaltungen die Möglichkeit, sich über das Bausparen und über andere Finanzierungsmodelle und Initiativen rund um das Bauen zu informieren, unter anderem die Bausparwoche vom 12. bis zum 18. Oktober, auf der Wohnbaumesse vom 17. bis 18. Oktober und auf der Herbstmesse vom 19. bis 22. Oktober.

Von: lpa

Bezirk: Bozen