"Fördertopf splitten"

Südtiroler Filmförderung in der Kritik

Mittwoch, 03. Juni 2015 | 16:30 Uhr

Bozen – Die Filmförderung in Südtirol steht in der Kritik. Junge Südtiroler Filmautoren und Regisseure bemängeln, dass die Business Location Südtirol den Film als Wirtschaftsgut behandelt, Kunst und Kultur würden hinten angestellt.

Südtirol verkomme demnach zum reinen Postkartenhintergrund, wenn man nur den finanziellen Aspekt betrachtet.

Die jungen Filmschaffenden kritisieren, dass Südtiroler Themen unterrepräsentiert seien und wegen der Sprache und Regionalität oft als nicht wettbewerbsfähig eingestuft würden.

Damit der Südtiroler Film in den nächsten Jahren eine Chance hat, fordern die Südtiroler Regisseure eine Korrektur der Rahmenbedingungen.

Die Filmförderung der BLS sollte demnach in einen regionalen und einen internationalen Fördertopf aufgesplittet werden.

Zudem sollte eine Drehbuchförderung für Südtiroler Autoren und eine Kurzfilmförderung für regionale Regisseure angedacht werden, so die jungen Südtiroler Filmemacher.

Pöder: "Förderung nur mehr für Filme mit eindeutigem Südtirolbezug"

Der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, unterstützt den Vorschlag von Südtiroler Filmemachern, dass das Land Südtirol die Filmförderung neu überarbeiten soll. Pöder hat einen Beschlussantrag im Landtag eingebracht, mit dem künftig die Förderung von Filme nur mehr bei eindeutigem Südtirolbezug erfolgen darf. "Auch Kunst und Kultur soll bei der Filmförderung mehr im Zentrum stehen als bisher."

Wie Pöder unterstreicht, wurden in den drei Jahren von 2010 bis 2013 über 15 Millionen Euro für rund 90 Filmprojekte ausgegeben.

„Dabei war der Südtirolbezug oft recht spärlich. Manche Filme wurden nur in Südtirol gedreht, ohne dass dies im Film verdeutlicht wurde. Oder es wurden lediglich Komparsen aus Südtirol engagiert ohne dass Südtiroler Schauspieler Sprechrollen oder gar wichtige Nebenrollen bzw. Hauptrollen erhielten“, so Pöder.

„Künftig sollten vom Land Südtirol nur mehr Filmprojekte gefördert werden, bei denen es einen eindeutigen örtlichen oder historischen Bezug zu Südtirol gibt, der im Film auch deutlich zur Geltung kommt. Weiters sollten Filme gefördert werden, die von Südtiroler Regisseuren gedreht werden und bzw. oder an denen Südtiroler Schauspieler mit Neben- oder Hauptrollen beteiligt sind“, so der Abgeordnete der BürgerUnion abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen