ASTAT: Zufriedenheit der Bürger mit den öffentlichen Diensten

Südtiroler vertrauen den Institutionen wenig

Donnerstag, 03. September 2015 | 12:44 Uhr

Bozen – Die Südtirolerinnen und Südtiroler vertrauen den Institutionen heute wenig, auch wenn Unterschiede zwischen den lokalen und den „weiter entfernten“ Körperschaften bestehen (15,9 Prozent vertrauen dem Staat und über 70 Prozent dem Land und den Gemeinden). Es gibt bedeutende Unterschiede zwischen den Sprachgruppen. Die Zufriedenheitswerte sind höher als das Vertrauen. Unter den Gründen für die Unzufriedenheit sticht die Kritik in Bezug auf Bürokratie/Langsamkeit des Dienstes hervor. Die Bürger fühlen sich wenig in die Entscheidungen der Politik einbezogen.

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"Zufriedenheit hoch, noch besser werden"

"Die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der öffentlichen Verwaltung ist immer noch hoch", freute sich Landesrätin Waltraud Deeg heute bei der Vorstellung der entsprechenden ASTAT-Studie. Die Herausforderung sei es, mit weniger Mitteln und weniger Personal auch in Zukunft hochwertige Leistungen für die Bürger zu erbringen.

"79,1 Prozent der Bürger sind mit den Diensten der Landesverwaltung zufrieden, und dieser Prozentsatz ist immer noch hoch", hieß es heute bei der Vorstellung der Ergebnisse der ASTAT-Studie über die Zufriedenheit der Bürger mit den öffentlichen Diensten. "Wir wollen besser werden, und es gibt Kritikpunkte, wo wir ansetzen können, wie etwa die Bürokratie und die Langsamkeit der Dienste", sagte Verwaltungslandesrätin Waltraud Deeg. Auch sei man bestrebt, die Bürger stärker einzubeziehen, die Arbeit der öffentlichen Verwaltung sichtbarer zu machen und den Dialog zu fördern, mit mehreren Initiativen, wie zum Beispiel dem Tag der offenen Tür am kommenden Samstag, 5. September.

Landesrätin Deeg wies aber auch auf die veränderten Rahmenbedingungen hin: "Wir wissen, dass sich Probleme leicht mit mehr Geld und mehr Personal lösen lassen, aber das geht seit 2010 nicht mehr. Wir müssen Prioritäten setzen." Die große Herausforderung sei es laut Deeg mit gleichbleibenden oder weniger Mitteln und mit weniger Personal auch in Zukunft hochwertige Leistungen für die Bürger zu erbringen.

Die Verwaltungsrätin möchte dieses Ziel mit dem "Prozess der Verwaltungsinnovation 2018" erreichen, welcher die Dienste der öffentlichen Verwaltung genau durchleuchtet, die öffentlichen Ausgaben überprüft und die Transparenz, Bürgernähe, Einfachheit und Effizienz durch neue Technologien und die Entwicklung einer digitalen Kultur fördern will.  Laut Generaldirektor Hanspeter Staffler seien die ASTAT-Daten ein wichtiges Positionspapier, um konkrete Maßnahmen hierfür ableiten zu können: "Wir wollen wissen wo die Landesverwaltung im Vergleich zu anderen öffentlichen Diensten steht und ausgehend von Zahlen, Daten und Fakten an und in der Landesverwaltung arbeiten, um uns zu verbessern." Staffler regte auch dazu an, die Umfragen über die Zufriedenheit der Bürger mit den öffentlichen Diensten periodisch durchzuführen.

Landesrätin Deeg richtet abschließend einen Dank an das Personal der öffentlichen Verwaltung:  "Wenn Südtirol gut verwaltet dasteht und die öffentlichen Dienste funktionieren, dann ist dies besonders auch das Verdienst der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir wissen aber, dass wir noch besser werden können, und genau das ist unser Ziel für die nächsten Jahre."

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen