Der Flughafen wurde gesperrt

Südtiroler vom Erdbeben überrascht – Trientner vermisst

Montag, 27. April 2015 | 08:23 Uhr

Kathmandu – Das verheerende Erdbeben in Nepal, bei dem über 2.200 Menschen ums Leben kamen, hat auch eine neunköpfige Gruppe aus Südtirol hautnah miterlebt. Wie die Sonntagszeitung Zett berichtet, war die Gruppe unter der Leitung von Bergführer Hansjörg Hofer aus Lana zu einer Trekking-Expedition aufgebrochen.

Die Mitglieder stammen aus allen Landesteilen und blieben glücklicherweise unverletzt.

Gestern hätte eigentlich von Kathmandu aus der Rückflug nach Mailand erfolgen sollen. Doch der Flughafen wurde gesperrt.

Derzeit befinden sich die Südtiroler in einem Hotel in der nepalesischen Hauptstadt und warten darauf, dass eine Ausreise möglich wird.

Auch der 33-jährige Alpinist Sebastiano Valentini aus Canazei befindet sich laut Medienberichten in Sicherheit. Er hatte sich in diesen Tagen am Basislager des Mount Everest aufgehalten, weil er zu einer Expedition auf den Lhotse aufbrechen wollte.

In der Gegend gingen aufgrund des Erdbebens mehrere Lawinen los. Bislang wurden 18 Menschen tot geborgen, weitere Bergsteiger gelten als vermisst.

Valentini rief gestern seine Angehörigen an, um ihnen zu versichern, dass ihm gut gehe. Auch Barbara Monachesi, die sich für die Hilfsorganisation Apeiron in Kathmandu aufhielt, ist wohlauf. Die Organisation wird von der Provinz Trient unterstützt.

Der 50-jährige Oskar Piazza aus der Vallalagrina im Trentino gilt hingegen nach wie vor als vermisst. Der Mann ist unter anderem Mitglied der Bergrettung und ein Experte des Hubschrauberteams in der Nachbarprovinz.

Piazza befand sich für die Bergrettung im Trentino in Nepal und begleitete drei italienische Höhlenforscher in das Dorf Langtan, das von einer großen Lawine verschüttet wurde. Von der Gruppe gibt es seit Samstagabend keine Neuigkeiten mehr.

Bei den anderen Gruppenmitgliedern handelt es sich um Giuseppe Antonini aus der Gegend von Ancona, um die Ärztin Gigliola Mancinelli und einem Mann aus Genua. Die vier hätten zu einer Forschungsexpedition in eine Schlucht aufbrechen sollen. Allerdings blieben sie aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse im Dorf.

Der Trientner Landeshauptmann Ugo Rossi steht gemeinsam mit Vertretern der Landesverwaltung im Trentino in Kontakt mit der Notrufzentrale und der Bergrettung, um weitere Informationen über Piazza zu erhalten.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen