"Politiktheater verunsichert Bezirk" - Umfahrung Forst auch Thema

SVP Meran: “Volkspartei nicht sexy genug?”

Montag, 22. Juni 2015 | 10:30 Uhr

Meran – In der letzten Sitzung der SVP Bezirksleitung wurde über die aktuelle Situation der Koalitionsverhandlungen in Meran berichtete. Zudem nochmals das Projekt Umfahrung Forst analysiert.
 
„Meran ist das Herzstück unseres Bezirkes – geht es Meran gut, dann geht es auch dem Burggrafenamt gut“, führte Parteiobmann-Stellvertreter Zeno Christanell in die Diskussion ein. Umso bedenklicher sei es, dass die Stadt zurzeit führungslos erscheint. „Der Bürgermeister überrascht uns laufend mit neuen Ankündigungen, die aber nur eine Haltbarkeitsdauer von wenigen Stunden haben. Zuerst wird etwas zu- dann wieder abgesagt: ein richtiges Theater. Es ist unter diesen Umständen sehr schwierig eine seriöse Verhandlung zu führen“, erklärte Stadtkomiteeobmann Sepp Brunner in der Bezirksleitung. Auch sein Stellvertreter Andreas Zanier schlägt in dieselbe Kerbe: „Es ist ein Unding, wenn wir als Partner die wesentliche Informationen aus dem Internet erfahren müssen. Uns ist eine transparente Vorgangsweise wichtig, die auch mit unseren Fraktionsmitgliedern und Funktionären abgestimmt ist. Die SVP Meran fährt von Anfang an die gleiche Linie, diese wurde beim ersten Treffen klar mitgeteilt und seitdem nicht geändert hat.“ Bevor das Programm nicht steht, könne sowieso nicht entschieden werden – es gehe derzeit noch nicht um Positionen, sondern um die Entwicklung von Meran und auch seinen Umlandgemeinden.

Auf jeden Fall will die SVP keine Neuwahlen, wenn es nicht zur Regierungsteilnahem kommt, wird der Bürgermeister von außen konstruktiv gestützt. Christanell sieht in der SVP aktuell den einzigen ruhenden Pol: „Die SVP Meran beweist in jeder Hinsicht Handschlagqualität ihren Partnern und Kohärenz dem Wähler gegenüber. Vielleicht ist die Volkspartei einigen nicht sexy genug, aber auf jeden Fall steht sie für seriöse Arbeit, innovative Ideen und eine große Verwaltungskompetenz.“
 
Auch zu einem zweiten Punkt gab es eine ausführliche Diskussion. Hannes Bauer Trojer und Martin Stifter von den Ortsausschüssen Marling und Algund berichteten über den aktuellen Stand bei der Planung der Umfahrung Forst – 1. Baulos. Seit gut 37 Jahren steht dieses Projekt bereits auf der Tagesordnung. Mittlerweile sind mehrere einstimmige und parteienübergreifende Beschlüsse in den Gemeinderäten gefasst worden. „Im Raum Meran Vinschgau werden in Marling bzw. bei der Station Töll/Forst im durchschnittlichen Tagesverkehr rund 16.500 Autos gezählt. Das ist der höchste Wert in diesem Bereich. In den Spitzenzeiten erfassen wir bis zu 30.000 PKW`s und LKW`s – davon sind rund 500 Anrainer und zahlreiche Kinder auf ihrem Schulweg betroffen“, führen Bauer Trojer und Stifter aus. Zudem sei es eine Mär, dass durch den Ausbau dieses Straßenabschnittes der Verkehr zunehme: „Die Zahlen beweisen, dass auch nach dem Bau der ersten Tunnels bei der Töll und nach der Eröffnung der Umfahrung von Naturns die Verkehrsentwicklung im Vinschgau konstant blieb.“ Auch der Bürgermeister von Algund Ulrich Gamper ist derselben Meinung: „Es geht nicht um die Zunahme an Transitverkehr, sondern um die Verbesserung der Sicherheit bei den Ein- und Ausfahrten sowie auf dem Schulweg.“

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt