Auch in Südtirol kam es zu Nazi-Gräueln

Tag der Befreiung: Feierlichkeiten in Bozen

Samstag, 25. April 2015 | 15:04 Uhr

Bozen/Rom – Italien feiert heute den Tag der Befreiung. Der italienische Feiertag wird alljährlich am 25. April begangen – heuer zum 70. Mal.

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Es wird der Befreiung Italiens vom Faschismus und der Besetzung des Landes durch die Nationalsozialisten sowie der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht.

Am 25. April 1945 floh nämlich der italienische Diktator Benito Mussolini mit seiner Geliebten Clara Petacci und einigen weiteren Personen vor den Alliierten aus Salò, was als Ende des italienischen Faschismus gilt.

Doch zum Ende des Zweiten Weltkrieges kam es in Südtirol bis in die ersten Maitage zu Nazi-Gräueln mit zahlreichen Toten. Diese sind jedoch im kollektiven Gedächtnis eher untergegangen.

Für viele deutschsprachige Südtiroler ist der Tag der Befreiung weiter ein Tag ohne große Bedeutung.

Feierlichkeiten in Bozen

Anlässlich des Tags der Befreiung wurde am heutigen 25. April in Bozen bei mehreren Zeremonien den Gefallenen gedacht.

Vertreter des Landes, der Stadt Bozen und des Heers waren am 4. November-Platz, beim Hadriansplatz sowie bei den Mauern des früheren Durchgangslagers in der Reschenstraße anwesend.

Pöder: "Wo bleiben Befreiung, Entschuldigung und Wiedergutmachung für Südtirol"

"Wo bleibt die Befreiung von den faschistischen Denkmälern und Relikten in Südtirol, wo bleiben die Entschuldigung und die Wiedergutmachung Italiens gegenüber Südtirol?", fragt der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, anlässlich des heutigen 25. April, der in Italien als Tag der Befreiung vom Faschismus und Nationalsozialismus begangen wird.

„In Südtirol lebt der faschistische Geist in Relikten und Symbolen weiter. Zudem gibt es in Italien wieder faschistische Parteien, obwohl die faschistische Wiederbetätigung verboten ist. Es sei scheinheilig, auch in Südtirol den italienischen Staatsfeiertag 25. April als ´Tag der Befreiung vom Nazi-Faschismus zu begehen, wenn nach wie vor faschistische Denkmäler als offizielle Staatsdenkmäler in Südtirol gehegt und gepflegt werden und faschistische Namen existieren“, so der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder.

„Es ist unverständlich, wieso man diese Überbleibsel aus der Faschistenära auch heute noch schützt und pflegt. Zudem sollte Italien sich bei Südtirol entschuldigen und Wiedergutmachungszahlungen für moralisches und materielles Unrecht während der Faschistenzeit und nach dem Zweiten Weltkrieg leisten“, fordert Pöder.

„Die Verbrechen des Faschismus gegen Südtirol sind weit über die drei Hauptvergehen Toponomastik, Verbot der deutschen Sprache und  Option hinausgegangen. Nicht vergessen werden dürfen z.B. die zahllosen willkürlichen Verhaftungen, Grundenteignungen oder Zwangsversetzungen“, schließt Pöder.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen