70 Stahlkreuze gesegnet

Tiroler Schützen gedenken des Ersten Weltkriegs

Samstag, 18. April 2015 | 18:44 Uhr

Bozen – „An der Front 1915-2015 – Gedenken an den Einsatz der Standschützen im Ersten Weltkrieg“ – unter diesem Motto fand durch die Tiroler Schützen aus dem historischen Tirol eine Gedenkveranstaltung am Bozner Waltherplatz statt. Gesegnet wurden 70 Stahlkreuze, die entlang der ehemaligen Frontlinie aufgestellt werden, wo Tiroler Standschützen gewirkt haben und gefallen sind. Marketenderinnen aus ganz Tirol fungierten als Patinnen.

Landeskommandant Elmar Thaler in seiner Rede an die 1500 Schützen: „Die fast 100 Jahre andauernde Trennung der Tiroler Landesteile hat das Gefühl der Zusammengehörigkeit und Heimatverbundenheit noch nicht verdrängen können. Dies zeige auch die heutige Feier, an der Tiroler von Kufstein bis Ala teilnehmen.“ Laut Thaler wollen die Schützen ihre Kraft dafür aufwenden, wofür ihre Vorfahren eingestanden sind: „Für die Einheit Tirols“.

Pater Christoph Waldner mahnte die Anwesenden, sich des Einsatzes der Vorfahren zu erinnern, die sich für den Glauben und die Heimat einsetzten. Er rief den Gläubigen zu: „Katholisches Volk, habe Vertrauen auf den Herrn, denn der Herr ist mit euch“.

Die Grußworte überbrachte für die Tiroler Landesregierung Johannes Tratter: „Es ist wichtig, dass wir der Standschützen gedenken“ so Tratter, welcher betonte, wie wichtig Patriotismus sei, der aber von Respekt gegenüber anderen getragen werden müsse. Landeshauptmann Arno Kompatscher mahnte zu Wachsamkeit mit Blick gegen Osten in die Ukraine. Bezüglich der Einheit Tirols merkte er an, dass man mit der Europaregion Tirol Vorreiter sein müsse.

Der Veranstaltung vorausgegangen war die 50. Ordentliche Bundesversammlung des Südtiroler Schützenbundes im Waltherhaus. Bundesgeschäftsführer Florian Von Ach konnte auf ein umfangreiches Tätigkeitsjahr zurückblicken: Alpenregionstreffen in Niederdorf, Gründung der Schützenkompanien Afing und St. Georgen sowie die Teilnahme an Unabhängigkeitsveranstaltungen in Schottland und Katalonien waren nur einige der vielen Tätigkeiten, die der Südtiroler Schützenbund vorweisen konnte.

Im Zuge der Versammlung wurde erstmals der Günther-Obwegs-Preis vergeben. Der erste Preis wurde an den Kufsteiner Mag. Johannes Seissl zum Thema „Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Südtiroler Option (1939) bis zum Autonomiestatut (1948)“ vergeben. Der zweite Preis ging an den Montaner Mag. Lukas Varesco zum Thema „A new chapter in Scotland‘s history“. Zum Ehrenfähnrich wurde Josef Seppi aus Kaltern ernannt.

Landeshauptmann Kompatscher sprach als einziger Politiker auf der Versammlung. Er verteidigte den Schutz der deutschen Muttersprache. Er stellte einige seiner falsch zitierten Aussagen in den Medien über das Selbstbestimmungsrecht richtig. Aufhorchen ließ Kompatscher mit der Aussage, dass sich Parlamentspräsidentin Laura Boldrini öffentlich für die Entfernung der Aufschrift DUX am Mussolinidenkmal in Bozen ausgesprochen habe. Dafür sei sie parteiübergreifend kritisiert worden. Hier hoffe er, dass Boldrini standhaft bleibe.

Landeskommandant Thaler rief abschließend seine Schützen dazu auf, sich weiterhin aktiv für die Heimat einzubringen: „Am Ende zählt nicht was man sich erdacht oder erträumt hat, sondern das, was man verwirklicht hat.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen