Alle Gutachter werden angehört

Todesfall Hofer: Augenzeugin entlastet Calculli

Mittwoch, 01. April 2015 | 09:29 Uhr

Bozen – Nichts habe darauf hingedeutet, dass Werner Hofer am 16. März 2013 am Virgl lebensgefährliche Verletzungen davongetragen habe. Dies sagte gestern die Lebensgefährtin von Michele Calculli, Patrizia Milazzo, vor Gericht aus.

Die einzige Augenzeugin hat Calculli damit entlastet. Sie gab an, dass sie mit ihrem Partner gegen 20.00 Uhr hinauf zur Kalvarienkirche gefahren sei, um Hofer zu treffen. Es sollte eine Aussprache wegen eines mutmaßlichen Verhältnisses mit Milazzo geben.

Während sie selbst im Auto geblieben ist, sei es zu Handgreiflichkeiten vonseiten des Verstorbenen gekommen. Die Schläge die Calculli mit dem Brecheisen ausgeteilt hat, will Milazzo nicht gesehen haben. Doch als sie und ihr Partner den Ort verlassen haben, sei Hofer aufrecht gestanden und habe telefoniert.

Später seien sie zurückgekehrt, da Michele Calculli seine Brille verloren hatte. Bewusst habe sie darauf gedrängt, etwas Zeit verstreichen zu lassen, damit sie Hofer nicht mehr antreffen.

Doch Hofer war noch da und kauerte auf dem Boden. Die alarmierte Rettung konnte aber nichts mehr für den 45-jährigen tun.

Richter Emilio Schönsberg will nun alle mit dem Fall beauftragten Gutachter anhören. Der nächste Verhandlungstermin wurde auf den 8. April festgelegt, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (31.3.2015)

Im Todesfall Werner Hofer soll heute das Urteil fallen. Im verkürzten Verfahren gegen Michele Calculli aus Bozen wird heute laut den „Dolomiten“ dessen Lebensgefährtin als Zeugin angehört. Dann wird das Urteil erwartet.

Calculli (39) muss sich bekanntlich wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Er soll laut den Anschuldigungen am 16. März 2013 am Virgl Hofers Tod herbeigeführt haben, indem er mit einem Brecheisen auf ihn einschlug.

Im Mai letzten Jahres stand Calculli wegen der gleichen Sache vor Gericht. Damals fällte Richterin Silvia Monaco jedoch kein Urteil, sondern schickte die Akten an den Staatsanwalt zurück, da einige Indizien darauf hindeuten würden, dass Hofers Tod als Mord eingestuft werden könnte.

Ein Gutachten festigte aber die ursprüngliche Anklage.  

Von: ©lu

Bezirk: Bozen