Fahrer des Betonmischers wegen fahrlässigen Tötung angeklagt

Tödlicher Unfall: 200.000 Euro für Angehörige

Freitag, 24. Juni 2016 | 10:39 Uhr

Bozen – Sämtliche Familienangehörige von Mirsian Nergjoni, jenem 22-Jährigen, der am 21. September 2015 bei einem Motorradunfall auf der Reschenbrücke in Bozen ums Leben kam, wurden entschädigt. Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Fahrer des Betonmischers, der am Unfall beteiligt war, angeklagt. Dabei handelt es sich um den 45-jährigen Gheorghe Tofanel. Am Donnerstag fand die erste Anhörung der Vorverhandlung statt.

Die Familienangehörigen erklärten sie seien mit der Versicherungsgesellschaft der Firma zu einer Übereinkunft gekommen. Während der Vater des Verstorbenen 150.000 Euro erhielt, bekamen die Brüder jeweils 35.000 Euro.

Annalena Desaler, die 22-jährige Freundin des Unfallopfers, die von Anwalt Alessandro Osler  vertreten wird, wurde hingegen noch nicht entschädigt. Bekanntlich hat die junge Frau den Unfall zwar überlebt, wurde aber schwersten verletzt. Die Tragweite der Spätfolgen soll bis zum Herbst erhoben werden.

Laut den Unfallerhebungen wollte der Lenker des Betonmischers, der von der Reschenbrücke kam, nach links zum rechten Eisackufer abbiegen. Der Betonmischer hatte die Mittellinie auf der Straße überquert und befand dadurch auf der entgegensetzten Fahrbahn, als sich das Motorrad aus der Reschenstraße näherte und mit voller Wucht gegen den Laster krachte. Laut Videoaufnahmen einer Überwachungskamera soll Motorrad rund doppelt so schnell als erlaubt unterwegs gewesen sein. Staatsanwalt Giancarlo Bramante hat deshalb Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen Tofanel erhoben, geht aber von einer potenziellen Mitverantwortung des Motorradfahrers aus.

Die nächste Verhandlung soll am 3. November stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch die Schadensersatzsumme für Nergjonis Freundin feststehen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen