„Ein Macher und Visionär ist von uns gegangen“

Trauer um Erwin Lanzinger

Dienstag, 09. Juni 2015 | 17:30 Uhr

Sexten – „Eine Lichtgestalt des Südtiroler Tourismus ist von uns gegangen.“ Diese Reaktion kam gestern nach Bekanntwerden der Nachricht zum Tod des Sextner Hoteliers und langjährigen Präsidenten der Südtiroler Tourismusorganisationen, Erwin Lanzinger, von zahlreichen Verantwortlichen verschiedenster Organisationen. Trauer und Betroffenheit haben viele Menschen in Sexten und weit darüber hinaus erfasst.

Der zweiundsiebzigjährige Besitzer des Hotelkomplexes Bad Moos litt seit Sommer 2013 an einem schweren Krebsleiden, dem er trotz unbändiger Willenskraft am Montagnachmittag im Innichner Krankenhaus erlag.

Lanzinger führte den Tourismusverband Hochpustertal als Gründungspräsident und mit Unterbrechung bis zu seinem Tode, war 15 Jahre lang bis Mai 2010 Präsident des LTS, stand dem Tourismusverein Sexten mehrmals vor, so auch bis zum Schluss, war von 1981 bis 1993 HGV-Ortsobmann von Sexten und von 1989 bis 1993 Mitglied des HGV-Landesvorstandes. In seiner Amtszeit brachte er hochkarätige Soceity-Veranstaltungen nach Sexten. Bis zu seinem Ableben war Lanzinger auch über viele Jahre Mitglied des Verwaltungsrates der Südtirol Marketing Gesellschaft SMG und Präsident des Vereins Bellum Aquilarum Freilichtmuseum 1. Weltkrieg.

Erwin Lanzinger übernahm Bad Moos von seinen Eltern, damals der Inbegriff für „Skiwochen-Ferienlager“ an den Südtiroler Oberschulen, die Sexten über Bad Moos kennen und lieben lernten und stieg in den 1970er und 80er Jahren mit dem Sporthotel zum erfolgreichen Diskothekenbetreiber auf.

Als Hotelier realisierte er das Kurzentrum Bad Moos und war immer wieder Gastgeber von hohen internationalen Persönlichkeiten, letzthin von Italiens damaligem Staatspräsidenten Giorgio Napolitano und Fürst Albert II. von Monaco.

Erwin Lanzinger war auch Präsident der Aufstiegsanlagen Rotwandwiesen und verfolgte als Aktionär der Sextner Dolomiten AG und Leitfigur die Vision des skitechnischen Zusammenschlusses zwischen Helm und Rotwand. Mit der Eröffnung im November 2014 ging sein wohl sehnlichster Traum in Erfüllung und er bezeichnete diesen Moment letzthin immer wieder als Sternstunde.

„Erwin konnte inszenieren und begeistern“ so der Pragser Bürgermeister Friedrich Mittermair, einer seiner engsten Freunde und Weggefährten. „Es ging ihm immer um die Sache. Mit Ehrlichkeit und Geradlinigkeit Dinge umzusetzen, die der Allgemeinheit zugutekommen“. Die Liebe zu den Pferden machte Lanzinger zu einem leidenschaftlichen Kutschenfahrer. Mit seinen Friesenpferden bestritt er noch vor zehn Tagen den Festumzug bei der Noriker Landesschau in Rasen.

Er liebte aber auch schnelle Autos und war bis vor kurzem Mitglied des Ferrari-Clubs.
 
„Sexten verliert mit Erwin Lanzinger einen Visionär und Tourismuspionier“, sagt der Sextner Bürgermeister Fritz Egarter. „Er war Sextner in seinem tiefsten Herzen und dafür hat er ein Leben lang gekämpft. Sein Tod hinterlässt im Tal eine große Lücke, sein Erbe ist uns aber Auftrag, Begonnenes weiterzuführen. Das tiefempfundenE Mitgefühl gilt seiner Familie und den Angehörigen.“

Der Trauerzug setzt sich am Freitag um 13.00 Uhr von Bad Moos aus in Bewegung. Das Begräbnis und der Sterbegottesdienst finden um 14.00 Uhr in der Pfarrkirche Sexten statt.

BISHER: Tourismuspionier Erwin Lanzinger ist tot

Trauer um Erwin Lanzinger. Der Sextner Hotelier und langjährige Präsident des Landesverbandes der Tourismusorganisationen ist laut Medienberichten im Alter von 72 Jahren nach einer schweren Krankheit gestorben.

Lanzinger war eine prägende Kraft im Südtiroler Tourismus. Er war einer der Gründungsmitglieder und Präsident des Tourismusverbandes Hochpustertal, war Präsident des Tourismusvereins Sexten und er war auch über mehrere Jahre Präsident der Südtiroler Marketing Gesellschaft.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Bozen, Pustertal