STF: „Unterstützer des Freiheitskampfes der 60-er Jahre"

Trauer um Gerd Bacher

Sonntag, 28. Juni 2015 | 19:45 Uhr

Bozen – Die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit bedauert den Tod von Gerd Bacher, „Südtirol-Freund und Unterstützer des Freiheitskampfes der 60-er Jahre.“

„Gerd Bacher war in den 60-er Jahren mit Fritz Molden und Wolfgang Pfaundler eine wichtige Stütze der Südtiroler Freiheitskämpfer. Selbstlos nutze er seine Beziehungen zu Politik und Presse, um für das gerechte Anliegen zu werben und Hilfe zu organisieren. Er bleib Südtirol und den Freiheitskämpfern ein Leben lang verbunden. Seine Liebe zu Südtirol kam in vielen seiner hervorragenden Reden in meisterlicher Weise zum Ausdruck“, so die Süd-Tiroler Freiheit.

Die Bewegung spricht den Angehörigen von Gerd Bacher herzliches Beileid aus.

SHB: "Ein großer Österreicher und Freiheitskämpfer ist von uns gegangen"

Am gestrigen Samstag, dem 27. Juni 2015, ist ein großer Österreicher von uns gegangen. Gerd Bacher, Journalist und langjähriger ORF-Generalintendant, starb im Alter von fast 90 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. „Neben Fritz Molden und Wolfgang Pfaundler war er einer der intellektuellsten Köpfe des Südtiroler Freiheitskampfes in den 60-er Jahren“, so der SHB.

„Bacher wuchs in der Mozartstadt Salzburg in ärmlichen Verhältnissen auf. So war sein Vater in der Holzbranche tätig, seine Mutter arbeitete zeitweilig als Lehrerin. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Bachers journalistische Laufbahn als Volontär bei der "Salzburger Volkszeitung", ehe er schon kurze Zeit später zu den "Salzburger Nachrichten" wechselte. Im Jahr 1954 wurde er, erst 29-jährig, Chefredakteur der Bild-Telegraf und in der Folge des Bildtelegramms. Als Schriftleiter des Express unterstützte er von Anfang an den Südtiroler Freiheitskampf nach bestem Wissen und Gewissen. Die „Feuernacht“ selbst bezeichnete der Vollblutjournalist als „großen Schock für die Italiener“. Außerdem betonte er in mehreren Zeitzeugengesprächen, dass dieser Schlag dafür sorgte, dass es für die Italiener ernst wurde“, schreibt Roland Lang.

„Bacher war zeitlebens ein Freund der Südtiroler. Nach der Dienstzeit beim "Express" wurde er dreimal ORF-Intendant. Auch war er Chefredakteur des "Kuriers". Aufgrund seiner Verdienste für seine Landsleute südlich des Brenners erhielt er vor sieben Jahren den Großen Verdienstorden des Landes Südtirol. Bacher, der nicht nur in der Medienwelt „Der Tiger“ genannt wurde, ist aus der Südtiroler Geschichte nicht wegzudenken“, schließt der SHB.

FH: Er war ein „Südtiroler“

„Mit Gerd Bacher hat ein guter Freund Südtirols diese Welt verlassen. Er war ein Fürsprecher für unser Land sowohl in schweren Zeiten als auch als es uns besser ging. Für ihn war Südtirol nicht nur ein Herzensanliegen, wie es in Sonntagsreden immer wieder von österreichischen Politikern postuliert wird, er lebte dieses Gefühl sichtbar und nachahmenswert. Als ORF-Intendant legte er sich auch immer wieder mit Politikern an, wenn es um die Unabhängigkeit des Journalismus ging; die Auseinandersetzungen mit Bundeskanzler Kreisky sind legendär. Seine Unbestechlichkeit und Objektivität brachte ihm nicht nur Freunde ein, gaben ihm aber die Aura der Unantastbarkeit. Besonders wichtig war Bacher stets der kulturelle Gehalt von Sendungen. Davon und von der politischen Unabhängigkeit könnten sich manche Medien und Journalisten der Jetztzeit eine Scheibe abschneiden. Bacher war ein ‚Südtiroler‘, weshalb ihm das Land zu Dankbarkeit verpflichtet ist. Sein Lebenswerk möge noch lange nachwirken“, schreibt der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, in einer Stellungnahme zum Tod des ex-ORF-Intendanten Gerd Bacher.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen