„Bin noch minderjährig“

Trient: Südtiroler (70) wird von Prostituierter erpresst

Dienstag, 02. Juni 2015 | 09:02 Uhr

Trient – 3.000 Euro innerhalb zwölf Stunden verlangte eine Postulierte einem Bericht von Trentino online zufolge von einem 70-Jährigen aus dem Südtiroler Unterland. Obwohl die Prostituierte bereits 26 Jahre alt, wollte sie dem älteren Herrn weismachen, dass sie noch minderjährig sei. Sex mit ihr sei demnach strafbar.

Der Vorfall soll sich am Sonntag ereignet haben. Der 70-Jährige war nach Trient gefahren, wo er die Prostituierte auf der Piazza „da Vinci“ antraf. Nachdem sich die beiden auf Preis und Leistung geeinigt hatten, stieg die Frau in den Wagen des Mannes.

In einer Wohnung kam es darauf zum Geschlechtsverkehr. Doch als der 70-Jährige die vereinbarten 30 Euro bezahlt hatte, war die Geschichte noch lange nicht vorbei.

Während der Mann die Frau mit dem Wagen wieder zurück in die Stadt brachte, spielte sie ihren vermeintlichen Trumpf aus. Sie erklärte dem Mann, dass sie noch minderjährig sei. Falls er innerhalb zwölf Stunden nicht 3.000 Euro bezahle, würde sie ihn anzeigen. Den Beweis, den sie den Behörden vorlegen würde, war das gebrauchte Kondom, das sie in ein Taschentuch versteckt hatte.

Über den 70-Jährigen brach eine Welt zusammen, da er an den Worten der Prostituierten nicht zweifelte. Nach einer schlaflosen Nacht entschied er sich schließlich für das einzig Richtige.

Am nächsten Morgen wandte er sich an die Polizei in Trient und erzählte die ganze Geschichte. Die Ordnungshüter übergaben dem Mann 200 markierte Scheine in einem Umschlag – zur Sicherheit. Als es schließlich zur Geldübergabe am vereinbarten Treffpunkt kam, sprangen die Polizisten aus ihrem Versteck und nahmen die Prostituierte fest. Durch die markierten Geldscheine konnte die Erpressung leicht nachgewiesen werden.

Auch das wahre Alter der Prostituierten konnte bald festgestellt werden. Es handelte sich um eine 26-jährige Rumänin, die bereits vorbestraft ist.

Innerhalb zwei Stunden landete sie vor Gericht und wurde im Schnellverfahren wegen Erpressung im Rahmen eines Vergleichs zu 13 Monaten Haft und einem Bußgeld von 400 Euro verurteilt.

Von: ©mk

Bezirk: Überetsch/Unterland