270.000 Euro für Führung des Erstaufnahmezentrums

Unbegleitete Asylwerber: Leitner fragt nach Kosten

Dienstag, 15. September 2015 | 18:25 Uhr

Bozen – Gemäß dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sind 2.889 Euro monatlich für jeden einzelnen unbegleiteten jugendlichen Asylwerber „paktiert“. Das Geld bekommen die Asylwerber nicht direkt, sondern es fließt aus dem Bundesbudget an die verschiedenen Hilfsorganisationen und die Bundesländer. Dazu kommen noch sogenannte „Sachleistungen“, wie die Unterkunft, Verpflegung sowie die Gesundheitsvorsorge. Diese Zahlen wollte der Freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, auch für Südtirol erhoben wissen.
 
„In Südtirol erfolgt die Aufnahme von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen auf zwei Ebenen“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Pius Leitner mit Blick auf die ihm vorliegenden Unterlagen. „Das Erstaufnahmezentrum in Bozen verfügte im Jahr 2014 über neun Plätze und die Führung desselben schlug mit 269.892 Euro aus dem Landessozialfond zu Buche. Dieser Dienst ist auf sechs Monate befristet und darauf folgt die Zweitaufnahme“, erörtert der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag.
 
„Auf das Erstaufnahmezentrum kann eine Aufnahme in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder eine Unterbringung in Form einer familiären Betreuung erfolgen. Im Zuge dieser Zweitaufnahme wird das Integrationsprojekt fortgeführt“, entnimmt Leitner aus der Antwort auf seine Anfrage. „Eine Auskunft über die Höhe der Kosten für die Zweitaufnahme wurde nicht erteilt“, bemängelt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und hält fest, dass mit einer Zunahme der Kosten durch die anhaltende Masseneinwanderung in Europa zu rechnen sei.
 
„Die Kosten der Zweitaufnahme würden von der Form der Unterbringung und der Einrichtung abhängen. Der Staat gewährt jedoch für die Kosten der Unterbringung von unbegleiteten ausländischen Minderjährigen eine pauschale Rückvergütung von 45 Euro pro Person und Aufnahmetag. Monatlich ergibt sich daraus ein Betrag, der sich zwischen 1.260 und 1.395 Euro pro Person bewegt. Eine beachtliche Summe, wenn die Frage aufkommt, ob der Staat die gleichen Beträge in die heimischen Kinder investiert“, schließt Pius Leitner.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen