Landtag verurteilte den Völkermord bereits 2007- umgehende Reaktion

Völkermord an Armeniern: Leitner kündigt erneuten Antrag an

Samstag, 18. April 2015 | 16:05 Uhr

Bozen – „Die jüngsten Äußerungen von Papst Franziskus zur 100. Wiederkehr des Genozids durch die Türkei an den Armeniern dürfen auch in Südtirol, das sich aufgrund seiner Geschichte in besonderer Weise dem Schutz von Minderheiten verpflichtet fühlt,  nicht ungehört verhallen. Dazu möchte ich in Erinnerung rufen, dass der Südtiroler Landtag bereits am 6. November 2007 einen Antrag der Freiheitlichen genehmigt hat, womit der Völkermord von 1915 verurteilt und die Regierung der Republik Türkei aufgefordert wurde, die historische Tatsache des Völkermordes anzuerkennen”, schreibt der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, Erstunterzeichner des Antrages Nr. 419/06, in einer Aussendung.
 
Leitner erinnert daran, dass nach Übermittlung des Landtagsbeschlusses ans italienische Außenministerium und in Folge über die diplomatischen Kanäle an die türkische Botschaft in Italien diese umgehend protestiert und die Kritik zurückgewiesen habe. Im entsprechenden Schreiben an den Präsidenten des Südtiroler Landtages habe der damalige türkische Botschafter, Ugur Ziyal, die Bereitschaft der Türkei für eine historische Kommission zur Klärung aller offenen Fragen angeboten.
 
„Nachdem nun auch der Papst und das Europäische Parlament den Völkermord der Türkei an den Armeniern verurteilt und eine Anerkennung durch die Türkei gefordert haben, sollte der Südtiroler Landtag seine Haltung vom November 2007 bekräftigen. Diesbezüglich werde ich erneut einen Antrag im Landtag einreichen. Vor einer Anerkennung dieses Völkermordes durch die Türkei selbst – neben der Erfüllung demokratischer, sozialer und wirtschaftlicher Standards – sind Verhandlungen über einen Beitritt dieses Staates zur EU sicher nicht vertretbar.  Die Autorität des Papstes sollte auch jene Staaten zu einer klaren Haltung veranlassen, die bisher – aus welchen Gründen auch immer – geschwiegen haben; dazu gehören auch Deutschland und Italien”, so Leitner abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen