"Le Iene" deckten mutmaßlichen Schwindel auf - Gerichtsverhandlung

Vorwurf: Modeltraum von Mädchen schamlos ausgenutzt

Mittwoch, 16. September 2015 | 10:25 Uhr

Bozen – Von einer Karriere im Showbusiness träumen viele heranwachsende Mädchen und junge Frauen. Für zehn Südtirolerinnnen ist dieser Traum wie eine Seifenblase zerplatzt, denn jener Mann, der die Mädchen für das Casting in der Landeshauptstadt angeworben hatte, soll nicht das gewesen sein, wofür er sich ursprünglich ausgegeben hat.

Laut den Vorhaltungen der Bozner Staatsanwaltschaft war Francesco Corea mehr am Einschreibegeld der Mädels für das Casting in der Disco „Rise“ in Bozen interessiert, wofür er eine falsche Identität angenommen habe. Jetzt muss sich Corea dafür vor Gericht verantworten.

Die Mädchen sowie eine örtliche Modeagentur, die den Abend organisiert hatte und jetzt auf einem Verlust von 15.000 Euro sitzt, glaubten dem vermeintlichen Manager, der angeblich im Auftrag der Rai arbeitete und geeignete Mädchen für eine Silvestersendung in Catanzaro suchte.

Die TV-Sendung „Le Iene“ ließ den mutmaßlichen Schwindel in einer spektakulären Aktion auffliegen. Die Macher schleusten eine Mitarbeiterin ein, die Corea während der Veranstaltung mit den Anschuldigungen konfrontierte.

Das Lokal in Bozen und die Modeagentur fielen aus allen Wolken. Corea hatte der Agentur auch mit der Organisation weiterer Casting-Abende in Südtirol betraut. Die Mädchen sollten als Einschreibegebühr 100 Euro zahlen. Mit dem näher rückenden Hauptevent sollte die Gebühr laut Medienberichten jedoch ansteigen.

Vor Gericht hat die Chefin der Agentur, die sich im Strafverfahren als Nebenklägerin eingelassen hat, die Anschuldigungen gegen Corea untermauert. Das Verfahren wird am 20. Oktober fortgesetzt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen