Betrugsverfahren: Zeuge spricht auch von Bedrohung

Vorwurf: Unternehmen um Geld geprellt

Dienstag, 07. Juli 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Am Landesgericht in Bozen läuft derzeit das Betrugsverfahren gegen Francesco Lombardo und den ehemaliger Hockey-Spieler  vom HC Bozen, Alessandro Badiani. Ihnen wird vorgeworfen, Unternehmen in Südtirol um Geld geprellt zu haben.

Insgesamt sollen neun Personen geschädigt worden sein. Die Anklage wirft den beiden Männern zudem 1,8 Millionen Euro an IRPEF-Schuld vor.

Ein Unternehmer aus dem Pustertal erklärte gestern im Zeugenstand, dass er durch die Angeklagten über 800.000 Euro eingebüßt habe. Francesco Lombardo sei in sein Unternehmen eingetreten – mit dem Versprechen, neue Kunden an Land zu ziehen. Er habe jedoch über zwei Bankkonten in Sillian mehrfach Firmengeld abgezweigt.

Laut dem Tagblatt Dolomiten wird Lombardo vom Staatsanwalt Igor Secco verdächtigt, der mutmaßliche Drahtzieher hinter etlichen Betrügereien gewesen zu sein.

Wie es laut den Ermittlungsergebnissen heißt, hatten einige der Opfer Firmen, die in finanziellen Schwierigkeiten steckten und keine Aussicht auf Bankkredite hatten.

In dem Strafverfahren muss sich auch ein ehemaliger Hockey-Spieler  vom HC Bozen, Alessandro Badiani, verantworten. Seine Aufgabe sei laut Anklage u.a. gewesen, geeignete Firmen als Kunden zu werben.

Beide waren bekanntlich im Oktober 2013 in U-Haft gelandet. Badiani beteuerte stets, in gutem Glauben gehandelt zu haben. Er sei von Lombardo benutzt worden. Auch zwei Frauen stehen unter Betrugsverdacht. Sie waren damals nur angezeigt worden.

Wie der Pusterer Firmeninhaber gestern im Zeugenstand weiter ausführte, soll er von Lombardo auch bedroht worden sein, weil er zwei Prämien nicht bezahlen wollte.

Laut Anklage sollen die erschwindelten Gelder auf Lombardos Konten im Ausland angelegt worden sein – unter anderem in Österreich, aber auch in Singapur (wo 900.000 Euro „schlummerten“) und auf den Bahamas (1.648.000 Euro), berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen