Sprachbarometer: Sprachliche Vielfalt bereichert

Wie ist es um die Sprachkenntnisse der Südtiroler bestellt?

Mittwoch, 30. September 2015 | 16:58 Uhr

Bozen – Wie ist es um die Sprachkenntnisse der Südtiroler bestellt? Welche Sprache wird wo und wann verwendet? Diese und weitere Aspekte des Sprachgebrauchs und der Sprachidentität in Südtirol wurden im Rahmen des Sprachbarometers vom ASTAT unter die Lupe genommen. Heute wurden die Ergebnisse im Beisein von Landesrätin Waltraud Deeg vorgestellt.

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Das Sprachbarometer 2014 erkennt den Südtirolern sehr gute Sprachkompetenzen zu, die seit der Vergleichserhebung 2004 deutlich zugenommen haben. So sprechen 93 Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Sprachen, womit sie im europäischen Vergleich als sehr sprachkundig gelten. Besonders die jüngere Generationen und Personen mit einem höheren Bildungsabschluss beherrschen drei und mehr Sprachen.

Das ASTAT hat zudem auch eine grundsätzlich positive Einstellung zur Zweitsprache nachgewiesen. So sehen 80 Prozent der Südtiroler die sprachliche Vielfalt des Landes als Bereicherung. Eine deutliche Mehrheit befürwortet auch den Proporz bei der Stellenbesetzung im öffentlichen Dienst und zwei Drittel der Südtiroler befürworten den Zweisprachigkeitsnachweis, wobei die Pflicht zur Zweisprachigkeit wird als Dienst am Bürger gesehen wird.

Das sind einige Daten aus der Studie des Landesinstituts für Statistik ASTAT über den Sprachgebrauch und die Sprachidentität in Südtirol, für die im vergangenen Jahr rund 3000 Personen befragt wurden.

Landesrätin Waltraud Deeg bezeichnete zum Auftakt der heutigen Vorstellung "die Mehrsprachigkeit Südtirols, deren Brückenfunktion zwischen deutschem und italienischem Sprachraum als eines der wichtigsten Merkmale und eine der größten Ressourcen unseres Landes". Diesen Mehrwert gelte es zu nutzen und zu fördern, so die Landesrätin, die auch einen Blick nach vorne warf: "Die Daten des ASTAT zeigen auf, worauf wir achten müssen, um diese Sprachkompetenzen noch gezielter weiterzuentwickeln."

Bei der heutigen Vorstellung des ASTAT-Sprachbarometers referierten nach der Einführung durch ASTAT-Direktorin Johanna Plasinger wissenschaftliche Mitarbeiter des ASTAT sowie der Soziologe Max Haller von der Universität Graz über
verschiedene Teilbereiche des Sprachbarometers ausleuchten, darunter den Sprachgebrauch bei der Arbeit, die gegenwärtigen Sprachkenntnisse, die Sprachbiografien und das Leben im mehrsprachigen Raum.

Von: lpa

Bezirk: Bozen