Wirkungsvolle Sonnenschutzmittel müssen nicht teuer sein

Wie schützt man Kinder vor zu viel Sonne?

Mittwoch, 24. Juni 2015 | 13:45 Uhr

Bozen – Südtirol hat die höchste Hautkrebs-Quote in Europa. Einer von vier Menschen erkrankt an Hautkrebs, europaweit ist es einer von fünf. Die Vorbeugung sollte daher schon sehr früh beginnen. Kinderhaut ist sehr empfindlich und braucht einen rundum passenden Sonnenschutz. Daran erinnert die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS).

Laut VZS gehört dazu ein hoher Lichtschutzfaktor (ab 30 aufwärts). Der soll nicht nur den schmerzhaften Sonnenbrand verhindern, sondern zudem Hautkrebs und lichtbedingter Hautalterung vorbeugen. Aber auch eine Schirmmütze mit Nackenschutz und UV-Schutz-Shirts sowie eine entsprechende Sonnenbrille gehören zu einem gewissenhaften Sonnenschutz. Bei Sonnenmilch und Co. herrscht vor dem Einkaufsregal oft Unsicherheit. Was muss ein Sonnenschutzmittel für Kinder leisten? Welche Inhaltsstoffe gehören hinein – und welche sollten besser draußen bleiben?

Auskunft geben Warentests. Wirkungsvolle Sonnenschutzmittel müssen nicht teuer sein. Das zeigen die verschiedenen Tests von Konsumentenzeitschriften in jedem Jahr aufs Neue. (Ökotest 6/2015: Sonnenschutzmittel für Kinder: Welche Hersteller keine hormonwirksamen Filter einsetzen; Il test 6/2015: Creme solari: Provato per loro le creme solari; Konsument 7/2014: Sonnenschutzmittel für Kinder: Der beste Sonnenschutz für Ihr Kind; Stiftung Warentest 7/2014: Sonnenschutzmittel für Kinder: Die besten Cremes und Sprays für Kinder.

Beispielsweise hat der letzte Test der Zeitschrift Öko-Test von 20 konventionellen und drei Naturkosmetik-Produkten ergeben, dass sechs Produkte empfehlenswert sind. Viele Produkte wurden abgewertet, da sie mit umstrittenen Inhaltsstoffen kämpfen: Entzündungshemmer, Nanopartikel, bedenkliche UV-Filter, allergieauslösende Duftstoffe und PEG/PEG Derivate.

Gute Produkte müssen nicht teuer sein. Die Preise z.B. beim Sonnencreme-Test von Öko-Test sind sehr unterschiedlich und liegen zwischen 2,23 und 75,60 Euro pro 200 Milliliter. Der Testsieger um 6,60 Euro pro 200 Milliliter zeigt, dass guter Sonnenschutz für Kinder erschwinglich ist. Das mit „ungenügend“ bewertete Produkt kostet dagegen 35,80 Euro und ein „mangelhaftes“ 37,80 Euro.

Tipps

Die Verbraucherschützer raten: nicht kleckern, klotzen. Man sollte Sonnenschutzmittel reichlich auftragen: pro Quadratzentimeter Haut etwa zwei Milligramm. Für den ganzen Körper macht das etwa drei Esslöffel Sonnenmilch, bei Kindern etwas weniger. Wenn dem Kind das Eincremen nicht gefällt, kann man aus der lästigen Prozedur ein kleines Spiel machen. Tupfen Sie zunächst Gesichter, Blumen oder andere Motive auf die Haut. Anschließend sollte man alles gründlich verreiben.

Außerdem sollte man Sonnenschutzmittel über den Tag verteilt immer wieder auftragen. Besonders nach dem Baden oder Sport ist der Schutz nicht mehr vollständig gegeben und sollte erneuert werden – das gilt auch, wenn man als wasserfest gekennzeichnete Produkte verwendet – und nicht vergessen, auch Ohren, Nacken, Hände und Fußrücken einzucremen.

Auch Kleidung kann Schutz bieten. Sie sollte dicht gewebt und möglichst dunkel sein, Polyesterfasern schützen besser als Baumwolle. Selbst wenn es sehr heiß ist: Oberteile mit Ärmeln sind eine gute Wahl, bei Trägerhemdchen entsteht auf den Schultern schnell Sonnenbrand.

Wichtig ist auch die Kopfbedeckung. Kleine Kinder haben oft noch wenig dichtes Haar. Umso wichtiger ist es, ihre Kopfhaut mit einem Hut oder Mützchen zu bedecken – am besten mit Krempe und verlängertem Nackenteil.

Schattenpausen sind ebenfalls sinnvoll. Ziehen Sie sich in der Mittagshitze zwischen 11.00 und 15.00 Uhr an schattige Orte oder nach drinnen zurück. Abgedunkelte Zimmer bleiben länger kühl. Kinder unter drei Jahren sollten nur kurzzeitig und gut geschützt in die Sonne. Babys im ersten Lebensjahr bleiben am besten grundsätzlich im Schatten.

Zum Sonnenschutzfaktor: Mit einem Lichtschutzfaktor von 30 werden bereits 95 Prozent der UVB-Strahlen abgehalten. Höhere Faktoren verbessern den Sonnenschutz nur mehr marginal. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, reduziert den Aufenthalt in der Sonne auf zwei Drittel der vorgesehenen Zeit.

Verbraucherschützer raten zudem von Solarium-Besuchen ab. Diese sind für Minderjährige in der EU verboten. Auch für die Sonnenanbeter unter den Großen ist das Solarium keine Alternative. Experten sagen, man züchte den Krebs regelrecht heran.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen