Ozon: Benedikter für Verkehrseinschränkungen

Wieder tropische Temperaturen

Montag, 20. Juli 2015 | 09:36 Uhr

Bozen – Die Hitze kennt keine Gnade. Auch gestern wurden in Bozen, im Überetsch und im Unterland Temperaturen von 38 Grad gemessen. In der Nacht ist es kaum abgekühlt.

Mehrfach wurde die Notrufnummer 118 gewählt, weil Personen Schwierigkeiten beim Atmen hatten oder weil ihnen übel wurde. Nicht immer soll es sich um Senioren gehandelt haben.

Die schwüle Hitze soll noch bis zum Wochenende anhalten. Die Kehrseite der Medaille könnten heftige Gewitter sein.

Ozon: Warnschwelle bereits zum siebten Mal überschritten – Benedikter für Verkehrseinschränkungen

Rudi Benedikter von Projekt weist unterdessen in einem offenen Brief darauf hin, dass in der letzten Woche haben die Ozonwerte im Zentralraum Südtirols die gesetzliche festgelegte Warnschwelle (Stundenmittelwert von 180 Mikrogramm/m³) schon zum siebten Mal überschritten worden sei.

Die Aktionspläne (zur Kontrolle und Erhaltung der Luftqualität) werden erstellt, um die Gefahr der Überschreitung der Grenzwerte zu verringern und deren Dauer zu beschränken. Diese Pläne können Maßnahmen zur Kontrolle und zur Aussetzung der Tätigkeiten, einschließlich des Kraftfahrzeugverkehrs, vorsehen, die zu einer Überschreitung der Grenzwerte oder der Schwellenwerte beitragen.

„Auch die kommenden Tage versprechen keinen Rückgang dieser Luftverschmutzung. Eine hohe Ozonkonzentration belastet die Gesundheit und reizt vor allem Augen, Schleimhäute und Atemwege, im schlimmsten Fall kann es auch zu Einschränkungen der Lungenfunktion kommen. Begleitstoffe des Ozon rufen zudem Kopfschmerzen hervor. Geschätzt wird, dass etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung besonders empfindlich auf Ozon reagieren. Kinder, ältere Leute und asthmaleidende Personen sind naturgemäß viel stärker gefährdet“, erklärt Benedikter.

Trotz dieser Gefahrensituation hätten sich seiner Ansicht die Behörden bislang auf Appelle an die Bevölkerung beschränkt. Dabei biete und fordere die Gesetzeslage – im Speziellen der zitierte Artikel 10 des Landesgesetzes 8/2000 und die Durchführungsverordnung zur Luftqualität DLH Nr. 37 vom 15.09.2011 Art. 6,7,8 – bei Überschreitung der Aktionsschwelle verschiedene konkrete Maßnahmen, darunter auch als kurzfristige Maßnahme die Verfügung von Verkehrseinschränkungen in einzelnen oder mehreren Gemeinden.

Wenn sich nun die Ozonwerte weiterhin zwischen Warnschwelle 180 und Alarmschwelle 240 bewegen, dürften die Behörden keineswegs bis zur Überschreitung der Alarmschwellen warten, sondern sie müssten – neben den gebotenen Sofortmaßnahmen an Information – auch den Aktionsplan im Sinne Art. 10 LG 8/2000 vorbeugend starten und in den am stärksten betroffenen Gemeinden Verkehrsbeschränkungen verfügen, „um die Gefahr der Überschreitung der Grenzwerte zu verringern und deren Dauer zu beschränken“, so Benedikter.

„Dies betrifft sicherlich den Zentralraum Südtirols zwischen Unterland, Leifers und Rittner Hochplateau und selbstverständlich auch das verkehrsintensive Gemeindegebiet der Stadt Bozen“, schreibt er in dem Brief.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland