Zank zwischen Jodelkönigin Breitenberger und Meraner Stadtverwaltung

Wirbel um abgesägten Ast

Mittwoch, 08. Juli 2015 | 12:01 Uhr

Meran – Zwischen Jodelkönigin Anneliese Breitenberger und der Meraner Stadtverwaltung gibt es Zank.

Der Grund: Die Pächterin des „Café Lissi Royal“ an der Winterpromenade hat in Eigeninitiative einen Ast einer wertvollen und seltenen Baumart abgesägt, der – so wird vermutet – dem Aufbau einer größeren Markise vor ihrem Cafè im Wege war.

Besonders Stadträtin Gabi Strohmer hat die Nase voll, weil die Betreiber des Cafés zwei Stunden vor dem Vorfall von einem Beamten der Stadtpolizei ersucht wurden, den Baum unberührt zu lassen. Strohmer kritisiert zudem, dass es für die Errichtung der Markise keine Baukonzession und kein Einverständnis des Denkmalamtes gebe.

Bei dem Baum handelt es sich um eine sehr alte Photinia. Nur wenige Bäume dieser Art gibt es in der Passerstadt.

Lokalchefin Anneliese Breitenberger, die sich als Grande Dame der volkstümlichen Musik und Jodelkönigin weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, sieht die Dinge jedoch anders: Jetzt habe der Baum wieder Kraft bekommen und natürlich habe sie eine Genehmigung.

„Wir haben extra eine bestimmte, heute nur mehr selten verwendete Zangen-Konstruktion aus Deutschland importieren müssen, um den Vorgaben des Denkmalamtes gerecht zu werden“, erklärt Breitenberger dem Tagblatt Dolomiten.

Der Ast sei zudem nicht vorsätzlich abgesägt worden, sondern geborsten, als die Arbeiter versuchten, ihn auf die Seite zu biegen und anzuhängen.

Breitenberger geht ihrerseits in die Offensive und wirft der Stadtverwaltung bzw. der Stadtgärtnerei vor, die Pflege der Bäume zu vernachlässigen: „Als im Vorjahr ein Unternehmen im Auftrag der Stadtgärtnerei endlich den Baum zurückgeschnitten hat, haben die Experten bestätigt, dass es eine Sünde sei, einen Baum so lange nicht zu pflegen. Gott sei Dank haben sie ihn geschnitten, damit er Kraft bekommt. Vorher sah er wirklich armselig aus.“

Von: ©lu

Bezirk: Burggrafenamt