Fall von Tierquälerei

Würgeschlange in Lana entdeckt

Dienstag, 22. September 2015 | 12:00 Uhr

Lana – Im Falschauer-Biotop in Lana ist am Montagnachmittag ein Königspython entdeckt worden. Vermutlich wurde das Reptil ausgesetzt.

Wem die rund einen Meter lange Würgeschlange gehört, ist nicht bekannt, da kein Chip vorhanden ist. Vermisst wird derzeit kein solches Tier. Die Schlange ist gut genährt und vermutlich drei bis vier Jahre alt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Ein solches Reptil auszusetzen ist Tierquälerei. Der Königspython hätte den Winter sicher nicht überlebt.

Forstinspektor Andrea Ragazzoni vom Landesamt für Jagd und Fischerei versichert laut dem Dolomiten-Bericht: „Es bestand überhaupt keine Gefahr für Menschen.“

Das Reptil wurde ins Tierheim Sill nach Bozen gebracht. Nach den Kontrollen und Untersuchungen wird der Königspython vermutlich einem interessierten Schlangenexperten übergeben. Der Königspython ist zwar ein geschütztes Tier im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, doch der Besitz ist nicht verboten.

„Wenn jemand eine Schlange hat und sie nicht mehr haben will, soll er uns kontaktieren. Wir werden uns um eine Unterkunft kümmern“, erklärt Ragazzoni gegenüber den „Dolomiten“.

Im Einsatz waren auch die Carabinieri von Schenna, die Forststation Lana und Feuerwehrkommandant Roland Schwarz. Lanas Bürgermeister Harald Stauder wurde ebenfalls informiert.

Übrigens handelt es sich nicht um die erste Würgeschlange, die in Südtirol ausgesetzt worden ist. Im Herbst 2012 waren innerhalb von nur zwei Wochen im Eggental zwei Riesenschlangen – beides Mal eine Boa Constrictor – gefunden worden, die anschließend ins Tierheim Sill gebracht wurden.

Eine der beiden fand Asyl bei dem Züchter Thomas Pföstl aus Schenna. Die Suche nach einer dritten Boa, die Gerüchten zufolge ebenfalls ausgesetzt worden sei, blieb erfolglos.

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt