Ermittlungen der Finanzwache vor dem Abschluss

Wurde bei ENEL-Einstieg getrickst?

Freitag, 17. April 2015 | 11:00 Uhr

Bozen – Laut Medienberichten besteht der Verdacht, dass es beim Einstieg der SEL bei den zehn ENEL-Kraftwerken zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein könnte. Die Finanzpolizei hat die Ermittlungen so gut wie abgeschlossen.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe, die die Agentur der Einnahmen von der Landesenergiegesellschaft einfordert.

Angefangen hat alles beim Beginn der Zusammenarbeit im Jahr 2010 und bei der Gründung der SE Hydropower. Die ENEL brachte die Kraftwerke in die Gesellschaft ein, die SEL lieferte die Konzessionen.

Allerdings war zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung noch nicht klar, ob die Konzessionen überhaupt an die SEL gehen würden. Die Ermittler hegen deshalb den Verdacht, dass die SEL durch diesen Schachzug die fällige Mehrwertsteuer und die Gesellschaftssteuer Ires gespart haben könnte. Insgesamt handelt es sich 223 Millionen Euro.

Bereits seit einem Jahr wird ermittelt, zuletzt wurde Ex-SEL-Direktor Maximilian Rainer vernommen. Ins Ermittlungsregister wurden auch Klaus Stocker, Giorgio Carnielli, Karl Ferrari, Konrad Pfitscher, Alfred Plank, Antonio Rotondi und Christoph Perathoner, die alle zum ehemaligen Verwaltungsrat der SEL gehörten. Ermittelt wird ebenfalls gegen den damaligen SEL-Aufsichtsratspräsident Franz Pircher, die Räte Mario Biddiri und Josef Vieider sowie gegen der Bozner Wirtschaftsberater Paul Schweitzer.

Ob strafrechtliche Konsequenzen für die Betroffenen geben wird, ist derzeit noch unklar. Finanzspezialisten, die von der SEL beauftragt wurden, beteuern, dass die Operation korrekt gewesen sei. Nun entscheiden die Ermittler und das Gericht.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen