33-Jähriger ins Ermittlungsregister eingetragen

Zuhälterring: Auch Südtiroler involviert

Samstag, 11. April 2015 | 22:25 Uhr

Bozen – Der von den Bozner Carabinieri vor Ostern gesprengte Zuhälter- und Verbrecherring ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Bekanntlich wurden 20 Personen slawischer Herkunft im Rahmen der Operation „Sabotage“ festgenommen – weitere sechs internationale Haftbefehle wurden ausgestellt.

Wie laut der Tageszeitung Alto Adige aus den Ermittlungsakten hervorgehen soll, steht auch ein 33-jähriger Südtiroler in Beziehung zu der rumänischen Bande. Er soll eine aktive Rolle in der illegalen Organisation gespielt haben.

Der bislang unbescholtene Südtiroler führte laut dem Bericht in der Tageszeitung Alto Adige ein Doppelleben. In der Nacht soll er als Fahrer, Beschützer und Zuhälter der Prostituierten zuständig gewesen sein. Die Ermittlungen gegen den 33-Jährigen hätten schwerwiegende Indizien ans Tageslicht gebracht, die nun von der Staatsanwaltschaft analysiert werden.

So soll der 33-jährige Mann von den Ermittlern mehrfach bei seiner illegalen Tätigkeit beobachtet worden sein. Auch in den abgehörten Telefonaten taucht der Südtiroler angeblich auf.

Der Südtiroler wurde vorerst ins Ermittlungsregister eingetragen. Der Verdacht lautet auf Bandenbildung, Ausbeutung und Begünstigung der Prostitution.  

Acht Monate waren die Carabinieri damit beschäftigt, die Organisationsstruktur des Clans und ihre Arbeitsweise zu erfassen.

Der Südtiroler soll angeblich mit der Aufgabe betraut worden sein, die Prostituierten von ihrem Wohnort zum Arbeitsplatz zu bringen und sie dort unter Kontrolle zu halten. Nach dem „Turnus“ wurden die Frauen wieder nach Hause gebracht.

Wie der Südtiroler zu der Bande gekommen ist, liegt noch im Dunkeln. Laut dem Bericht könnte auf den 33-Jährigen jedenfalls eine erhebliche Strafe zukommen – auch wenn er bisher keine Vorstrafen auf seinem Konto hat.

Sein Anwalt Nicola Nettis prüft, ob er einen Vergleich anstreben wird.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen