Charmante Parallelwelt aus der Zukunft im Lentos

100.000 hatten heuer Lust auf das Ars Electronica Festival

Montag, 11. September 2017 | 14:45 Uhr

Mit einem Klavierkonzert (20 Etuden von Philip Glass) wird das der künstlichen Intelligenz gewidmete Ars Electronica Festival “AI – Das andere Ich” am Montagabend zu Ende gehen. Rund 100.000 Besucher zählten die Verantwortlichen in den vergangenen fünf Tagen an zwölf Veranstaltungsorten. “Wir sind sehr zufrieden”, sagte Festival-Direktor Gerfried Stocker in der Bilanzpressekonferenz am Vormittag.

3.105 Menschen nützten eine der 135 Führungen in elf Sprachen aus der Schiene “We guide you”. “Wir waren praktisch vom ersten Tag an ausgebucht”, erklärte Festivalleiter Martin Honzik. Sogar zwei Kindergartengruppen habe man durch den Hauptveranstaltungsort am Bahnhof, die PostCity, geführt. Publikumsrenner waren die atmosphärische Point-Zero-Ausstellung im Keller des Postverteilzentrums, der junge, kreative Tummelplatz “Create Your World” im Obergeschoß, die große Konzertnacht in der Gleishalle sowie die Licht- und Soundinstallation “Lightscale II” im Mariendom. Die Ausstellungen “Feminist Climate Change: Beyond the Binary der UCLA” und “Turnton Docklands” der featured artists Time’s up im Lentos (noch bis 22. Oktober) waren ebenfalls Magneten.

Mehr als 600 Programmpunkte, rund 1.000 Präsentatoren aus über 40 Ländern, 474 Kooperationspartner und 445 Medienvertreter aus 37 Ländern verdeutlichen die Dimension, die das seit 1979 durchgeführte Festival bekommen hat. Die Ars Electronica als Plattform hat erneut gewirkt, drei Viertel des Programmes wurden heuer von Partnern getragen. Man habe experimentiert, sich geöffnet und neue Zielgruppen angesprochen, etwa mit der Tourismuskonferenz als Teil des Festivals, meinte Stocker. Auch das Format zu Theater und digitalen Medien habe viele Chefdramaturgen aus deutschen Häusern angezogen.

Der nächstjährige Veranstaltungsort sei offen, auch ob man weiter wächst oder wieder schrumpft. “Das ist eine Frage nach der Identität”, betonte Stocker. Die Ars Electronica sei in dem Dreieck Kunst, Technologie und Gesellschaft gegründet worden. “Ohne Kunst und Avantgarde würde es pure Unterhaltung sein”, gab er zu Bedenken. Daher sei es am wichtigsten, das Herzstück nicht zu verlieren, die Offenheit, die Kreativität und die Special Interest Groups, die neue Ideen bringen. “Erfolg muss man sich auch leisten können und damit zurecht kommen”, spielte er auch auf das Budget an, das laut Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) nächstes Jahr in etwa gleich bleiben soll wie schon in der jüngeren Vergangenheit. Das Festival in dieser Größe auszurichten, bedürfe enormer Anstrengungen und großer Unterstützung von offizieller Seite, von Stadt, Polizei, Feuerwehr.

 

Von: apa

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