Vortragsabend und Buchpräsentation

1915–2015: 100 Jahre Kriegseinritt Italiens in den Ersten Weltkrieg

Mittwoch, 03. Juni 2015 | 13:58 Uhr

Bozen – Im Mai 2015 hat sich der Eintritt Italiens in den Ersten Weltkrieg zum 100. Mal gejährt. Aus diesem Anlass lädt das Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen zu einem Vortragsabend mit Buchpräsentation. Im Rahmen der Veranstaltung erfolgt die Präsentation des von Nicola Labanca und Oswald Überegger im Böhlau-Verlag (Wien-Köln-Weimar) herausgegebenen Buches „Krieg in den Alpen. Österreich-Ungarn und Italien im Ersten Weltkrieg (1914–1918)“, das auch in einer italienischen Fassung (unter dem Titel: La guerra italo-austriaca (1915-18), Il Mulino, Bologna) erschienen ist.

Der italienische Kriegseintritt im Mai 1915 eröffnete im Süden Europas eine neue Front, die von der Weltkriegsgeschichtsschreibung lange vernachlässigt wurde. Viel intensiver als mit der österreichisch-italienischen Front haben sich die Historiker stets mit dem Krieg an der Westfront beschäftigt. Aus internationaler Sicht wurde der Krieg im Südwesten über lange Zeit hinweg als Nebenkriegsschauplatz betrachtet, der aus historiographischer Perspektive kaum größeres Interesse auf sich zog. Hundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges stellt dieser neue, transnational angelegte Sammelband darum einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des österreichisch-italienischen Krieges in den Alpen und am Isonzo dar. Ausgewiesene Historikerinnen und Historiker aus Österreich, Deutschland und Italien beschäftigen sich – jeweils in Parallelgeschichten – mit sechs zentralen Themenbereichen der Weltkriegsgeschichte in den beiden Staaten: der Rolle von Regierung und Politik, der militärischen Kriegführung, der Erfahrungsgeschichte der Soldaten, der Geschichte von gesellschaftlicher Mobilisierung und Propaganda sowie der Kriegserinnerung und der Geschichtsschreibung bis in die Gegenwart.

Im Anschluss an die Buchpräsentation erfolgen zwei Kurzreferate der Historiker Nicola Labanca (Universität Siena) und Werner Suppanz (Universität Graz) zum Thema „Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Österreich und Italien (1915–2015)“.

Wie hat sich die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Österreich und Italien im Laufe der Zeit verändert? Und welche Bedeutung kommt der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaften südlich und nördlich des Brenners heute noch zu? Zwei der bekanntesten österreichischen und italienischen Weltkriegshistoriker geben einen Einblick in 100 Jahre Erinnerungsgeschichte.

Von: ©lu