Workshops mit internationalen Mentorinnen

ProPro Produzentinnenprogramm stärkt und vernetzt Filmemacherinnen

Freitag, 10. März 2017 | 11:55 Uhr

Das Geschlechterungleichgewicht ist 2017 weiterhin gesellschaftliche Realität – so auch in der Filmbranche. Eine Initiative, um den Frauenanteil im heimischen Filmgeschäft zu erhöhen, ist das ProPro Produzentinnen-Programm, das am Montag in die zweite Runde geht. Workshops für ausgewählte Teilnehmerinnen sowie ein offenes Rahmenprogramm haben zum Ziel, Produzentinnen zu stärken und zu vernetzen.

Initiiert von der Produzentin und Erwachsenenbildnerin Ursula Wolschlager (“Die Vaterlosen”) und Esther Krausz vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI), fand ProPro erstmals im November 2015 statt. Heuer rund um die soeben zu Ende gegangenen FrauenFilmTage und das am Mittwoch startende Filmfestival Tricky Women (bis 19. März) positioniert, werden 15 Produzentinnen aus Österreich, Südtirol und erstmals auch der Schweiz von 13. bis 21. März von internationalen Mentorinnen bei der Produktion eines Spiel- oder Dokumentarfilms unterstützt. Zudem wird an Karriereplanung, Erfolgsstrategien und Leadership-Skills gearbeitet, heißt es in der Ankündigung.

Zu den Expertinnen zählen u.a. Ewa Puszczynska, eine der Produzentinnen des polnischen Oscargewinners “Ida”, die britische Skripteditorin Kate Leys sowie die in Berlin und Los Angeles tätige Österreicherin Gabriela Bacher, Geschäftsführerin von Film House Germany. Sie alle nehmen – neben zahlreichen weiteren heimischen und internationalen Branchenvertretern – auch am öffentlichen Rahmenprogramm im Gewerbehaus der Wirtschaftskammer Wien teil. Die Keynote zum Auftakt gibt Kate Leys zum Thema Storytelling (Montag, 9.30 Uhr), gefolgt von u.a. Panels zu europäischen Koproduktionen (Mittwoch, 19 Uhr) sowie zu Maßnahmen, um den Frauenanteil im Fernsehen zu verbessern (Freitag, 18.30 Uhr).

Mehr als drei Viertel der öffentlichen Filmfördermittel in Österreich gehen nach wie vor an Männer, rechnete “FC Gloria Frauen Vernetzung Film” vergangenes Jahr hoch. Im Fernsehbereich ist das Missverhältnis noch ausgeprägter – hier geht das Frauennetzwerk von einem Frauenanteil von nur zwölf Prozent aus. Als erste Konsequenz hat das ÖFI zum ersten Fördereinreichtermin diese Woche den “Gender Incentive” eingeführt: Damit gibt es für ein Projekt bis zu 30.000 Euro zusätzlich an Fördermitteln, wenn Frauen in Schlüsselpositionen wie Produktion, Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Ausstattung oder Kostüm vertreten sind.

Die Bemühung um mehr Diversität hinter der Kamera sei dringlich, betont Iris Zappe-Heller, stellvertretende Direktorin des ÖFI, “nicht nur, was die Ungleichheit im audiovisuellen Sektor als Arbeitsplatz und als Industrie, sondern auch die soziopolitische Dimension von Film” betrifft: “Film ist die wahrscheinlich wichtigste aller Kunstformen, er beeinflusst die Gesellschaft und hilft uns, uns und die Zeit, in der wir leben, besser zu verstehen.”

Laufend aktualisierte Fassung des öffentlichen Programms unter http://propro.filminstitut.at
Anmeldung erforderlich: propro@filminstitut.at

Von: apa

Bezirk: Bozen

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