Bischof Ivo Muser im Passeiertal

26. Alpenregionstreffen

Sonntag, 15. Mai 2022 | 16:12 Uhr

St. Martin – Ein Bekenntnis zur gemeinsamen Heimat mit ihren Werten und Traditionen haben etwa 7.000 Schützen und Marketenderinnen aus allen Landesteilen Tirols und Bayern am heutigen Sonntag beim 26. Alpenregionstreffen im Passeiertal abgelegt. Im Anschluss an die feierliche Messe mit dem Bischof der Diözese Bozen-Brixen Ivo Muser, den Grußworten der Ehrengäste und den Ehrungen marschierten die Schützenkompanien mit ihren farbenfrohen Trachten und bunten Fahnen zum großen Festumzug durch das historische Ortszentrum von St. Martin in Passeier.

Etwa 7.000 Trachtenträger*innen marschierten zum 26. Alpenregionstreffen auf, das coronabedingt bereits zwei Mal verschoben werden musste und an diesem Wochenende in St. Martin über die Bühne ging.  „Menschen, die zusammenhalten, sind nie alleine“, begrüßte die Bürgermeisterin von St. Martin in Passeier Rosmarie Pamer Schützen, Marketenderinnen und Ehrengäste mit einem Spruch, der sie bereits eine ganze Weile begleitet. „Ich wünsche mir, dass dieses Gefühl der Verbundenheit, der Kameradschaft und der Freundschaft heute im Passeier spürbar wird und uns durch die nächste Zeit tragen möge. Denn das Alpenregionstreffen verbindet, ja Passier verbindet“, so Pamer.
In dieselbe Kerbe schlug der Hauptmann der Schützenkompanie St. Martin in Passeier Armin Oberprantacher in seiner Begrüßung. „Für Gott, Kaiser und Vaterland, für Friede, Freiheit und Freundschaft ist auf vielen unserer Fahnen zu lesen“, so Oberprantacher. „Diese Schlagwörter eins und Leitfaden und Auftrag, denn im Grunde beschreiben sie unsere Werte. Werte, für die wir Schützen einstehen; Werte, die uns tragen durch unsichere und stürmische Zeiten; Werte, die uns Halt geben, wenn sich die Welt um uns immer schneller zu drehen scheint. Es sind Werte, auf die wir zählen können, die uns in Freundschaft verbinden.“

Die Feldmesse auf der „Kellerer“-Wiese südlich von St. Martin und der anschließende Festumzug bildeten heute den Höhepunkt des 26. Alpenregionstreffens der Schützen im Passeiertal. Dem Gottesdienst stand Diözesanbischof Ivo Muser vor. In seiner Predigt verwies der Bischof auf die vielschichtige Bedeutung des Begriffs Heimat. „Dieses farbenfrohe Fest will Ausdruck von Freundschaft und auch ein Bekenntnis zu unserer gemeinsamen Heimat sein. Liebe zur eigenen Heimat darf nichts zu tun haben mit Geringschätzung oder Abwertung anderer Kulturen, anderer Sprachen und anderer Traditionen. Liebe zur Heimat zeigt sich nicht in einer „Wir sind wir-Mentalität“ und „Wir sind die besten“, sondern in der Dankbarkeit für das, was uns geschenkt und anvertraut ist“, sagte der Bischof eingangs. Dann definierte der Bischof, was für ihn Heimat ist: „Heimat ist viel mehr als ein Stück Land, das jemand sein Eigentum nennt und das es zu verteidigen gilt. Heimat ist vor allem mehr als ein geographischer Begriff. Heimat hat für uns Menschen mit Identität zu tun, mit Herkunft, mit Wurzeln, mit Lebensraum, mit Sprache, mit Kultur, mit Gefühlen, mit Erinnerungen und Erfahrungen, mit gelingenden Beziehungen. Heimat verbinden wir mit der Ursehnsucht des Menschen, daheim zu sein, gewollt und angenommen zu sein.“ Das Alpenregionstreffen sei ein Freundschaftsfest, das vor allem die Dankbarkeit stärken solle, sagte der Bischof und führte aus, was er damit meint: „Dankbar sein für das Geschenk des Friedens, das nie aufs Spiel gesetzt werden darf. In der gesamten Geschichte Tirols und Bayerns gab es noch nie eine so lange Friedenszeit, wie wir sie heute erleben dürfen! Dieses kostbare Geschenk verdient unseren persönlichen, aber auch politischen und gesellschaftlichen Einsatz – in unserem Denken, Reden und Tun. Legen wir heute ein gemeinsames und klares Bekenntnis ab zum ‚Friedensprojekt Europa‘, das aus alten Feinden Partner und Freunde macht.“
Schließlich warnte Bischof Muser davor, dass die Liebe zum „Eigenen“ zu einer Blut- und Bodenideologie verkomme wie im Faschismus und Nationalsozialismus: „Die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit ihren menschenverachtenden Ideologien des Nationalsozialismus und des Faschismus sei uns eine bleibende Mahnung. Und die Verurteilung des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist nur dann glaubwürdig, wenn wir uns mit Entschiedenheit einsetzen für ein friedliches Zusammenleben, für eine Einheit in der Vielfalt – hier bei uns und überall in Europa, wo verschiedene Sprachen, Volksgruppen, Kulturen und Religionen einander begegnen und sich gegenseitig fördern und bereichern können – wenn wir es wollen und zulassen!“

Nach der Feldmesse sprachen die Landeshauptleute Arno Kompatscher (Südtirol), Günther Platter (Tirol), Maurizio Fugatti (Trentino) sowie die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber und der Landeskommandant des Bundes der Tiroler Schützenkompanien Thomas Saurer einige kurze Grußworte.
Kompatscher ging in seinen Worten auf das 50-jährige Jubiläum des zweiten Autonomiestatutes und seine Bedeutung für den Frieden und das Zusammenleben ein. „Voraussetzung für ein respektvolles Aufeinander-Zugehen ist, dass wir bewusst und selbstbewusst unsere Heimat und unserer Traditionen pflegen“, so der Südtiroler Landeshauptmann, der das Alpenregionsfest als ein Fest der Heimat und der Volkskultur, aber auch als ein Fest für Frieden, Freiheit, Offenheit und Toleranz sieht.
„Man spürt hier so richtig die Heimatverbundenheit und Tradition“, betonte auch der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter die gemeinsamen Werte in der Alpenregion. Platter mahnte in seinen Worten zu Zuversicht und Optimismus, gerade in schwierigen Zeiten. „Es ist unsere Verantwortung aufzuklären über unsere Werte und Traditionen“, so Platter.
Maurizio Fugatti ging ebenso auf die Werte ein, „welche die Ideale der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino sind“, so der Trienter Landeshauptmann. „Es sind schwierige Zeiten in Europa. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir alle zusammen am Frieden und an der Freiheit arbeiten müssen. Die Euregio hat genau dies zum Ziel.“
„Eine Tracht zieht man nicht an, eine Tracht legt man an“, sagte die bayrische Staatsministerin Michaela Kaniber, die in der Folge auf die Bedeutung der Alpen einging. „Die Berge bringen Menschen zusammen“, so Kaniber. „Die Alpen sind und bleiben ein Juwel, oder wie man sagt: Es ist ein Geschenk Gottes, der Rest ist harte Arbeit“, forderte die Staatsministerin dazu auf, die Kräfte für die Zukunft zu bündeln.
Thomas Saurer entschuldigte sich in seinen Worten, dass die Tiroler und die bayerischen Schützen nicht voll ausgestattet mit Säbeln und Gewehren zum Alpenregionstreffen angetreten waren, „dem Symbol unserer Wehrhaftigkeit“, so Saurer. „Das Alpenregionstreffen ist ein Neustart in einer schwierigen Zeit. Auch wenn sich vieles im Laufe der Geschichte ändert, unsere Wehrhaftigkeit bleibt, unsere Fähigkeit und unser Willen die Heimat zu verteidigen.“

Vor dem großen Festumzug sind Elmar Thaler, Stephan Zangerl, Hermann Egger und Gerhard Biller mit dem Maximiliankreuz des Bundes der Tiroler Schützenkompanien geehrt worden. Anschließend marschierten die rund 7.000 teilnehmenden Trachtenträger*innen durch den historischen Ortskern von St. Martin in Passeier zum Festzelt.

Von: sis

Kommentare

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24 Kommentare auf "26. Alpenregionstreffen"


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Italo
Italo
Superredner
1 Monat 9 Tage

Wos i von so a Sa.. Feiher holt kenns enk jo denken👎🙁

Batman
Batman
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Brauchsch in Artikel zem a net lesn u d kommentieren

brunecka
brunecka
Superredner
1 Monat 9 Tage

@ italo
gonz deiner meinung,sowos keart abzuschaffen! Gleich wie unsere lieben deitschsprachigen mitleser rumeiern wenns um insre alpini geat! Die schützn san zum schämen!!!!!

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

@brunecka interessant das ban Alpenregionstreffn koan meldungen von belästigungen und versuchten vergewaltigungen gebn hot in gegensotz zum Alpinitreffn. I tat mir iborlegn welcher Ferein zum schamen isch noch die lestn top Schlagzeiln der Alpini

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

sel sog schun dein Nome, liabor a Horde Alpini de in Gruppen af Fraun losgeat. I tat mi schamen selche Aussogn zu tätigen

brunecka
brunecka
Superredner
1 Monat 9 Tage

Lerne mal die rechtschreibungb,dann kannst du mit kommentieren!!!Wie schreibt mann denn “Verein”? Mit oder v,du hochkaratiger esel!!!!

Zugspitze947
1 Monat 9 Tage

Italo und wos mir vom Schandmal in Bozn holten woasch a ,sem sein lauter Lugen drauf 🙁

Zugspitze947
1 Monat 9 Tage

brunecka Die Schützen haben wenigstens schon Siege errungen: Die Alpini nicht……. 🙁

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

@brunecka zum Thema hochkarätige Esel. liaber a hochkarätiger Esel als a hochkarätiger Faschist der die Verbrechen von seinen Stiefelstoot verherlicht

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

@brunecka erkär amol des wos deine Alpini ba ihrn treffn augfuart hobn!!!! in Gruppen besoffen Fraun begrabschen 👏👏👏👏 großes Kompliment an olle se do mitgetun hobn und an die der des iaz no beschönigt

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

@brunecka Hallo Brunico i wort gedulig af a schlaue Ontwort von dir

brunecka
brunecka
Superredner
1 Monat 3 Tage

Du bist nicht nur in geschichte ein esel im leben auch

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Nicht nur gross herstehen und etwas von Treue, Glaube, Vaterland schwafeln….nein, auch mehr Einsatz für den eigenen Glauben wäre gefragt! Auch mal nein zu sagen wenn in den Schulklassen Kreuze abgehängt , das Morgengebet nicht mehr gebetet werden darf oder die Martinsfeier abgeschafft wird….und auch der Kirchenbesuch vieler sog.Schützen lässt schon sehr zu wünschen übrig

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 9 Tage

sem war mehr die Politik wia die Schürzen gfrog. obor die sem sogn zu ollem ,,Ja,, solong sie ihr Geld kriagn

Gustl64
Gustl64
Superredner
1 Monat 10 Tage

Wieder mal viel Trara und reichlich Plapla.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 10 Tage

der Umzug mit den Schützen war schön gemacht.Bayern u.Tiroler Kommt gut nach Hause .Den “Lärm” danach hätten Sie den Einwohnern ersparen können.Und die Scheinheiligen Worte auch .Einzig Eva Klotz sprach aus dem Herzen.

junge Frau
junge Frau
Neuling
1 Monat 9 Tage

…..und olle ohne masken auch im zelt….und insre schüler kennen maskn aufsetzn in dr Klasse sell isch dr greaste witz

OAE
OAE
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Und i hoff de Riffl miassn sie nou long aufkoltn!!!!

jochgeier
jochgeier
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

dafür konnsch net den schützen die schuld geben, die haben sich an die gesetze gehalten die nun mal so mit sinn oder auch ohne gemacht sind.

Batman
Batman
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Schöne Worte, schöne Reden, aber eines bleibt für eine Weile: der sehr schwache auftritt unseres Landeshauptmannes. Bekannterweise war und ist er kein Schützenfreund, und in seiner kurzen, inhaltsschwachen Rede hat er uns wieder mal gezeigt wie (un) wichtig unsere Tiroler Identität für ihn ist.
Das erste Fest übrigens wo alle drei Landessprachen wehement im Zeichen der Einigkeit und Vielfalt benutzt worden sind. Weiter so!

Savonarola
1 Monat 9 Tage

@ Batman

aber weist woll, die Wahlkampfzeit naht..

So ist das
1 Monat 9 Tage

Die Tiroler Identität hat man in Krisenzeiten (Flüchtlinge, Pandemie) gesehen, als die Grenze am Brenner geschlossen wurden.
Schlussendlich alles nur schöne Reden 🤔

ghostbiker
ghostbiker
Superredner
1 Monat 9 Tage

wor ein Mega Event…brabo

kerobin
kerobin
Neuling
1 Monat 9 Tage

also erstns hot di eva nit gret, zweitns hobm mir ins ingsetzt gegn die kreiz obnohmen. selm war dr rescht fa insr Bevölkerung a gfrog gwesn zun na sogn, isch olm fein wenn ma jemat ondrsch di schuld fers oagane vrsäumniss gebm konn

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