Die nicht gestohlenen, verschmutzten Juwelen können gerettet werden

516 Hinweise, aber keine heiße Spur zu Tätern von Dresden

Dienstag, 03. Dezember 2019 | 15:46 Uhr

Gut eine Woche nach dem Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden fehlt eine heiße Spur zu den Tätern. Bisher seien insgesamt 516 Hinweise eingegangen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Dresden mit. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder der Ergreifung der Täter führen, hat die Polizei eine Belohnung von einer halben Million Euro ausgesetzt.

Die Ermittler vermuten eine Bande im Hintergrund. Neue Hinweise könnten mitunter eine schnelle Reaktion der Ermittler fordern, teilten der leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp und Polizeipräsident Jörg Kubiessa am Dienstag mit. “Plötzliche Exekutivmaßnahmen wie Durchsuchungen und Vernehmungen sind daher jederzeit möglich.”

Zwei unbekannte Täter waren am 25. November im Schutz der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das Museum eingedrungen und hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine im Juwelenzimmer geschlagen. Nach nur wenigen Minuten konnten sie mit ihrer Beute – gut zwei Dutzend der insgesamt rund 100 Teile umfassenden Juwelengarnituren mit Diamanten und Brillanten – flüchten.

Die Stücke, die sie in der Kürze der Zeit nicht zu fassen bekamen, besprühten die Diebe offenkundig mit Feuerlöschpulver, um Spuren zu verwischen. “Nach der gegenwärtigen Einschätzung werden die verbliebenen Werke rückstandslos gereinigt werden können”, sagte ein Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) der Deutschen Presse-Agentur. “Damit sind die Restauratoren derzeit befasst.” Das barocke Schatzkammermuseum ist seit dem Diebstahl geschlossen.

Um Aufschluss über das Geschehen zu bekommen, haben Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Montagmorgen den spektakulären Einbruch nachgestellt. Zur gleichen Uhrzeit wie bei der Tat überwanden die Fahnder die äußere Sicherung, um an das Fenster zu gelangen. Zudem wurden die Abläufe in der Sicherheitszentrale sowie die technischen Abläufe im Museum bei dem nachgespielten Einbruch überprüft. Experten von der Hochschule Mittweida sollen das Videomaterial von der Tat analysieren und mit Hilfe technischer Lösungen die Qualität verbessern. Davon erhofften sich die Ermittler neue Fahndungsansätze.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "516 Hinweise, aber keine heiße Spur zu Tätern von Dresden"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
tschonwehn
tschonwehn
Tratscher
7 Tage 1 h

Daß die Schatzkammer jetzt geschlossen ist, ist nicht mehr als konsequent. Die sollten alles, was sich noch in der Kammer befindet in einem einbruchsicheren Kellerraum ohne Fenster, jedoch mit extrem dicker Stahltür unterbringen und keinen Besucher mehr akzeptieren. Dann hört auch diese Kkauerei auf.

wpDiscuz