18 Filme im Wettbewerb um den Goldenen Leoparden

70. Filmfestival Locarno: Ötzi als großer Star

Mittwoch, 12. Juli 2017 | 13:55 Uhr

18 Filme rittern heuer im Wettbewerb der 70. Filmfestspiele von Locarno um den Goldenen Leoparden, wie die Veranstalter heute, Mittwoch, in Bern bekannt gaben. Zur Jubiläumsausgabe will der künstlerische Leiter Carlo Chatrian aber auch wichtige Wegbegleiter des schweizerischen Festivals am Lago Maggiore würdigen.

Man wolle “die Tradition, aus der wir hervorgehen, spiegeln” und habe deshalb Gäste und Filme eingeladen, die Locarno mitprägten, hieß es. Die Riege der Filmstars wird dabei von französischen Leinwandlieblingen angeführt. So werden zwischen 2. und 12. August Mathieu Amalric, Fanny Ardant, Mathieu Kassovitz und Vanessa Paradis erwartet. Angekündigt sind aber auch der Bollywood-Darsteller Irrfan Khan oder US-Oscarpreisträger Adrien Brody, der heuer mit dem Leopard Club Award ausgezeichnet wird. Als Ehrengast des Festivals ist heuer Nastassja Kinski geladen.

Unter den Wettbewerbsteilnehmern findet sich das deutsche Familiendrama “Freiheit” von Regisseur Jan Speckenbach mit Johanna Wokalek in der Hauptrolle. Aus der Schweiz ist Regisseur Dominik Locher mit seinem neuen Paardrama “Goliath” im internationalen Wettbewerb vertreten. Denis Cote zeigt die kanadisch-schweizerische Koproduktion “Ta peau si lisse” über Bodybuilder und ihre täglichen Kämpfe.

Außerhalb des Wettbewerbs auf der Piazza Grande läuft “Iceman” mit Jürgen Vogel, bei dem Amour Fou Vienna als Koproduzent fungiert. Regisseur Felix Randau erzählt darin eine frei erfundene Geschichte um den Tod der als Ötzi bekannt gewordenen Gletschermumie, die 1991 nach mehr als 5.000 Jahren aus dem Eis der Ötztaler Alpen in Südtirol geborgen wurde. Ebenfalls auf der Piazza Grande ist mit “Atomic Blonde” ein US-Blockbuster zu sehen, der Charlize Theron als Agentin zeigt. Der von den 8.000 Zuschauern bei den nächtlichen Freiluftaufführungen am Hauptplatz vergebene Publikumspreis zählt zu den begehrten Trophäen des Festivals.

Aus österreichischer Sicht steht heuer die Weltpremiere von zwei Langfilme an, wenn Astrid Johanna Ofner in der Reihe “Cineasti del presente” ihren Erstling “Abschied von den Eltern” nach der gleichnamigen Erzählung von Peter Weiss zeigt, während Mathias Krepp “Out of Competition” mit “Sand und Blut” vertreten ist. Die Collage porträtiert die jüngere Geschichte der Konfliktregionen Irak und Syrien aus der Perspektive Geflüchteter.

 

Von: dpa