Der chinesische Künstler und Aktivist lebt in Berlin

Ai Weiwei ist Deutschland dankbar, aber nicht zuhause

Sonntag, 05. November 2017 | 15:54 Uhr

Der in seiner Heimat verfolgte chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei ist sehr dankbar, in Berlin eine sichere Bleibe bekommen zu haben – zuhause fühlt er sich an der Spree dennoch nicht. “In Deutschland wurde ich großzügig empfangen, man gab mir einen Professorentitel, aber ich spreche kein Deutsch, bin kein Berliner”, sagte der 60-Jährige der “Berliner Morgenpost”.

“Es ist sicher, komfortabel und gut. Aber trotzdem kann ich es nicht Zuhause nennen”, sagte der Künstler. In seinem neusten Projekt, dem Film “Human Flow” (“Menschlicher Fluss”), beschäftigt sich Ai Weiwei auch mit Menschen, die kein Zuhause haben. Für die deutsche Ko-Produktion reiste der Aktivist in Flüchtlingscamps in 23 Ländern. Er fühle sich den Menschen, die alles hinter sich lassen mussten, sehr verbunden.

“Es ist keine einfache Entscheidung, in ein anderes Land zu gehen, das eine andere Religion hat, eine andere Sprache”, so der Künstler. “Und wenn dich die Menschen in diesem Land dann noch als kriminell ansehen oder als nutzlos, als Bürde, das ist nicht leicht.” Der Film läuft in Deutschland ab dem 16. November in den Kinos.

Von: APA/dpa

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Universalgelehrter
13 Tage 5 h

“Was mich besonders wütend macht, sind die etablierten Gesellschaften, die ihr grundlegendes Mitgefühl verloren haben”, sagt Ai Weiwei. “Und die dann ihre Moral verwenden, ihre Regularien, ihre Richtlinien. Damit sie die Flüchtlinge nicht als Menschen sehen, sondern als Problem.” Ai Weiwei

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