Kindergrab als "Highlight" der Ausgrabungen

Archäologische Entdeckungen bei Windpark-Vorarbeiten in NÖ

Freitag, 03. November 2017 | 10:40 Uhr

“Energiezukunft trifft Vergangenheit”: Bei Ausgrabungen im Vorfeld der Arbeiten zum neuen EVN-Windpark in Sommerein im Bezirk Bruck an der Leitha sind Überreste einer frühzeitlichen Siedlung entdeckt worden. Zu den archäologischen Schätzen aus der Jungsteinzeit, Latènezeit und dem Frühmittelalter zähle auch die etwa 7.400 Jahre alte Grabstätte eines Kindes, teilte der NÖ Energieversorger mit.

Die EVN plant im Nordosten des Gemeindegebiets die Errichtung von zehn Windrädern, die Strom für 28.000 Haushalte produzieren sollen. Die Inbetriebnahme ist Anfang 2018 geplant. Derzeit teilen sich die Projektleiter ihre Baustelle noch mit einem Team der ARGIS Archäologie Service GmbH, das fündig wurde.

“Allein im Areal des Turmfundaments befinden sich rund 220 Objekte, die zum größten Teil der Jungsteinzeit angehören, aber auch der Latènezeit und dem Frühmittelalter. Es handelt sich um typische Siedlungsbefunde, u.a. mehrere Grubenhäuser, zwei Langhäuser, etliche Gruben und zahlreiche Pfostengruben”, erläuterte Geschäftsführer Gerald Fuchs.

Ein “Highlight” dabei war die Freilegung in einer jungsteinzeitlichen Grube, in der ein zwei- bis fünfjähriges Kind bestattet worden war. “Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund, der uns einen unmittelbaren Bezug zu den damaligen Bewohnern vermittelt”, so Fuchs. Für EVN-Projektleiter Stefan Sauermann bedeute ein solcher Fund einen zusätzlichen Koordinationsaufwand, aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den archäologischen Fachexperten laufe sehr gut.

Von: apa

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