Modell zur Standorterweiterung des Salzburg Museums

Architektenwettbewerb für Belvedere in Salzburg entschieden

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 16:05 Uhr

Mit der Idee eines Lichtbrunnens, der sowohl den begrünten Innenhof als auch die unterirdischen Ausstellungsräume prägt, hat ein Team aus Wiener und Salzburger Architekten den Wettbewerb für die Neugestaltung der Neuen Residenz gewonnen. Es soll ein Standort für die Salzburg-Dependance des Museums Belvedere entstehen und gleichzeitig das Salzburg Museum erweitert werden. Die ARGE Schenker Salvi Weber Architekten & EIDOS Architekten gingen einstimmig als Sieger hervor.

Mit dem Projekt solle das museale Angebot in Salzburg noch attraktiver werden. Es gehe aber auch um eine sinnvolle Nutzung des historischen Baubestandes, die Generalsanierung der Neuen Residenz und um zusätzlichen Grün- und Erholungsraum für die Menschen in der Altstadt, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Mittwoch bei einem Mediengespräch. Die Räumlichkeiten für das Belvedere sind mit einem Budgetrahmen von 31 Mio. Euro nach den Plänen für die Festspielhäuser das größte Projekt im Kulturbautenprogramm von Land und Stadt.

Die Gestaltung attraktiver, im Untergeschoß liegender Ausstellungsräumlichkeiten, eine selbsterklärende Wegführung innerhalb des Museums und eine verbesserte Erschließung der Neuen Residenz wären die großen Herausforderungen für die Architekten gewesen, berichtete Roland Gnaiger, der den Vorsitz der Jury führte. Das Siegerprojekt habe alle Erwartungen erfüllt.

Der derzeit als Parkplatz genutzte und weitgehend unbekannte zweite Innenhof der Neuen Residenz soll zu einem “Giardino Segreto”, einem von hochastigen Bäumen bewachsenen Garten werden. Herz dieses Hofs ist ein konischer Brunnenring, durch dessen große Öffnung Licht in das Untergeschoß fällt. Rund um dieses zentrale Element gruppiere sich – ähnlich wie bei einem Windrad – eine Abfolge an unterirdischen Ausstellungsräumen, von denen es immer wieder Sichtverbindungen zum Lichtbrunnen gebe, erläuterte Architekt Michael Salvi die Grundidee. Insgesamt entstehen rund 1.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche für das Belvedere.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Hof ist eine Sala Terrena als überdachter Außenraum geplant. Dieser akzentuiert auch den künftig gemeinsamen Eingangsbereich der beiden Museen, der über eine neue Treppe erschlossen wird, die mit ihrer Lichtkuppel wie eine Skulptur wirkt. Sie solle als zentrale Drehscheibe der beiden Institutionen dienen und integriere den historischen Gebäudebestand mit seinen Gewölben, meinte Salvi. Auch die Treppe erlaubt Sichtachsen in Ausstellungsbereiche oder in die Altstadt.

“Wir wollen von den Höfen der Residenz einen Teppich in die Altstadt ausrollen und Durchgänge wieder herstellen”, sagte Architekt Clemens Standl von Eidos Architekten. So soll das ehemalige Prunkportal auf der Seite des Residenzplatzes – heute der Zugang zu Post und Panoramamuseum – geöffnet und aufgewertet werden. Die dort befindlichen Arkaden werden freigelegt, der Einbau für die Präsentation des großen Sattler-Panoramas entfernt. Dadurch entsteht eine großzügige Eingangssituation in den Innenhof, der auch von der Kaigasse durch ein Portal erreicht werden kann.

Der Standort in Salzburg werde eine Visitenkarte für das Belvedere, freut sich Museumsdirektorin Stella Rollig gemeinsam mit Salzburg-Museum-Direktor Martin Hochleitner darüber, dass die Vision der Erweiterung nun einen Meilenstein geschafft hat. Salzburg Museum und Belvedere werden zwei eigenständige Einheiten bleiben, aber viele Synergien nutzen können. Möglich seien auch gemeinsame Ausstellungsprojekte – die Architektur erlaubt diese Kooperationen auch räumlich.

Das Salzburg Museum, das heute rund 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche hat, wird im Rahmen der Erweiterung weitere 1.000 Quadratmeter bekommen. Außerdem veranschlagt das Land für die Generalsanierung jener Bereiche der Neuen Residenz, die heute als Büros genutzt werden, rund 15 Mio. Euro. Das Land und die Universität werden vorübergehend abgesiedelt und nach den Bauarbeiten wieder in die Neue Residenz zurückkehren. In den nächsten zwei Jahren soll die Feinplanung erfolgen, Hochleitner rechnet mit Ende 2026 als den möglichen Fertigstellungstermin.

(S E R V I C E – www.salzburgmuseum.at; www.belvedere.at)

Von: apa

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