Schwere Vorwürfe gegen Kuhn

“art but fair” erstattete Anzeige in Causa Festspiele Erl

Donnerstag, 01. März 2018 | 11:15 Uhr

Der Verein “art but fair” hat bei der Innsbrucker Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen den künstlerischen Leiter der Festspiele Erl, Gustav Kuhn, eingebracht. Dem Verein gehe es um mehrere “Fragenkomplexe”, die staatsanwaltschaftlich geklärt werden sollen, darunter der Vorwurf von strafrechtlich relevanten sexuellen Übergriffen, heißt es in einer der APA vorliegenden Stellungnahme.

Der Verein begleitet nach eigenen Angaben “mehrere namentlich bekannte betroffene Künstler und Künstlerinnen”. Die Vorwürfe müssten ausgeräumt oder juristisch geahndet werden, hieß es. Sollten die Missstände nur “ansatzweise” der Wahrheit entsprechen, “würde das in der Opern- und Klassikwelt Österreichs einen Skandal nicht geahnten Ausmaßes bedeuten”.

Unter anderem will “art but fair” neben dem Vorwurf sexueller Übergriffe geklärt haben, ob es tatsächlich – wie kolportiert – eine unterschiedliche Vertrags- und/oder Gagen-Struktur zwischen Künstlern aus EU- und Nicht-EU-Staaten gegeben habe. Zudem will der Vereine wissen, ob die in “Erl übliche Kombination von Dienst- und Werkvertrag” bei Künstlern für ein und dieselbe Produktion den rechtlichen Vorschriften entspreche und ob das Arbeitsvolumen der Proben und Aufführungen den arbeitsrechtlichen Vorschriften gemäß gewesen sei.

Zusätzlich zu der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft habe “art but fair” Anfragen an die Arbeiterkammer und das AMS Tirol gestellt. Diese betreffen die arbeits-, dienst- und sozialversicherungsrechtliche “Auffälligkeiten”.

Von: apa