Parteien, Schützen und Heimatbund erinnern an Herz-Jesu-Sonntag

Aufruf zur Teilnahme an Herz-Jesu-Feierlichkeiten

Freitag, 12. Juni 2015 | 11:09 Uhr

Bozen – Am 14. Juni wird in ganz Südtirol der Herz-Jesu-Sonntag feierlich begangen. Die Südtiroler Volkspartei ruft zum Hissen der Landesfahne auf – und zur Teilnahme an den Gottesdiensten und Prozessionen. „Das Entzünden der Bergfeuer erneuert ein Gelöbnis, das die Tiroler Landstände im Jahr 1796 gegeben haben“, erinnert SVP-Obmann Philipp Achammer. „Das Herz-Jesu-Fest bringt sowohl die Heimatverbundenheit als auch das Gottesvertrauen der Tirolerinnen und Tiroler zum Ausdruck.“
 
Die Herz-Jesu-Feuer gehen auf das Jahr 1796 zurück: Die Tiroler Landstände, von den Truppen Napoleons bedroht, vertrauten damals ihr Land dem „Heiligsten Herzen Jesu“ an. Seither wird dieses Gelöbnis jedes Jahr am dritten Sonntag nach Pfingsten erneuert; es stellt somit einen festen Bestandteil gelebten Tirolertums dar. „Die Bergfeuer machen nach wie vor unsere Heimatliebe sichtbar“, sagt Philipp Achammer, „und unterstreichen auch unser grundfestes Gottvertrauen.“
 
Nicht zuletzt das Aushängen der Tiroler Fahnen sowie die feierlichen Gottesdienste und Prozessionen geben dem Herz-Jesu-Sonntag einen festlichen Charakter, der diesen zu einem der wichtigsten Tiroler Feiertage macht. „Wir sind stolz auf diese Tradition“, wendet sich der SVP-Obmann an alle Südtirolerinnen und Südtiroler: „Machen wir unsere Bräuche lebendig. Und geben wir sie auch an die nachkommenden Generationen weiter.“
 
„Der Mensch braucht die Kenntnis über seine Wurzeln und seine Geschichte, um der Zukunft erfolgreich begegnen zu können“, erklärt Philipp Achammer, weshalb das Herz-Jesu-Fest auch heute noch große Wichtigkeit und Aktualität habe. Das Gelöbnis, das aus einer Notlage entstanden ist, begleitet das Land Tirol bereits seit über 200 Jahren: „Vor allem in schwierigen Zeiten war es eine Mahnung zum Zusammenhalt und zur Geschlossenheit.“

WAS BISHER BERICHTET WURDE (11.06.2015)

Bald ist es wieder soweit, und am Herz-Jesu-Sonntag wird im ganzen Land mit feierlichen Prozessionen, dem Herz-Jesu-Bundeslied und mit Bergfeuern des Gelöbnisses gedacht, das unsere Vorfahren in Not und Gefahr vor dem Heiligsten Herzen Jesu abgelegt haben.
 
Im Jahre 1796 standen napoleonische Truppen an den Landesgrenzen. Damals beschlossen die Tiroler Landstände, den göttlichen Beistand mit einem Gelübde an das Herz Jesu zu erflehen.
 
Damit seien alle Tiroler bis heute verpflichtet, den ersten Freitag jedes Monats als "Herz-Jesu-Freitag" zu begehen, und mit feierlichen Prozessionen diesen Bund jährlich am Herz-Jesu-Sonntag zu erneuern. Die Bergfeuer seien heute Ausdruck der Freude über den Segen Gottes, erklärt der Südtiroler Schützenbund in einer Aussendung.
 
Der Schützenbund fordert alle dazu auf, die Tiroler Fahne auszuhängen, an den kirchlichen Feiern dieses wichtigen Tiroler Tages teilzunehmen, die Tradition der Bergfeuer zu pflegen und wenn möglich die Tracht zu tragen. Der Prozessionsweg soll besonders festlich geschmückt werden.

Heimatbund: Tirols flammendes Bekenntnis

„Es ist alle Jahre wieder ein flammendes Bekenntnis zur Heimat: Der Herz Jesu Sonntag! Getreu dem Väterbrauch entzünden wir Tiroler seit Jahrhunderten in allen Landesteilen Tirols das Herz-Jesu-Feuer auf den Bergen. Südlich des Brenners bekräftigen wir aber damit neben unserem katholischen Glauben auch eine politische Botschaft: Südtirol ist nicht Italien!“, schreibt der Südtiroler Heimatbund in einer Aussendung.

Das Besondere am Herz-Jesu-Sonntag in ganz Tirol sei nicht „nur“ seine religiöse Bedeutung, sondern auch seine politische: An diesem Tag werde dort alljährlich ein alter Bund erneuert – ein Bund aus einer Zeit von Königen und Kaisern, in der Nord- und Südtirol noch eins waren und in der man zur schnellen Nachrichtenübermittlung Leuchtfeuer einsetzte. Wenn dann die Bergfeuer brennen, flackere diese alte Zeit für einen kurzen Moment wieder auf.

Ende des 18. Jahrhunderts entstand der Bund der Tiroler mit dem Herz-Jesu-Feuer, als Napoleon ganz Europa mit Krieg überzog und auch die Grenzen Tirols bedrohte. Die dortigen Verteidiger überraschte der Krieg. Schließlich war das Land durch das Landlibell in der privilegierten Lage, weder mit Soldaten noch Geld zur Unterstützung der kaiserlichen Armee beitragen zu müssen.

Aber: Tirol musste seine Landesgrenzen selbst verteidigen. Als Napoleon mit seinen Truppen vor den Tiroler Grenzen auftauchte, gelobten unsere Vorfahren am 1. Juni 1796 in Bozen, das Land in der drohenden Kriegsgefahr dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen. Mit Erfolg: In mehreren Schlachten gingen die Tiroler als Sieger hervor. Sie zeigten damit ganz Europa, dass Napoleon nicht unbesiegbar war.

„Vergeblich versuchte Rom nach dem 1. Weltkrieg, im besetzten Tirol das flammende Bekenntnis zur Heimat durch ein Verbot der Herz Jesu Feuer zu unterdrücken. Neben der weißroten Tiroler Fahne waren die Bergfeuer auch im demokratischen Italien in den sechziger Jahren zeitweise verboten. Möge der Herz-Jesu-Sonntag wieder ein stolzes Bekenntnis der Tiroler zu Volk und Heimat mit Prozessionen, Fahnen und Bergfeuern werden, getreu dem Spruch: Nur mit seinen Bergen wird Tirol vergehen!“, erklärt Heimatbundobmann Roland Lang.

STF: „Flammendes Bekenntnis für ein freies Südtirol ohne Italien“

Die Süd-Tiroler Freiheit ruft die Bevölkerung in ganz Tirol dazu auf, an den Feierlichkeiten zum Herz-Jesu-Sonntag teilzunehmen und durch das Hissen der Tiroler Fahne „ein sichtbares Bekenntnis zur ungeteilten Heimat Tirol und damit zu einem freien und von Italien unabhängigen Südtirol abzugeben“.

Der Herz-Jesu-Sonntag sei keine Folkloreveranstaltung, sondern habe eine tief politische Bedeutung. In Zeiten drohender Kriegsgefahr durch Napoleon schlossen die Tiroler nördlich und südlich des Brenners einen gemeinsamen Pakt mit dem Herzen Jesu, damit das Land vor Krieg und Teilung verschont bleibt.

Wenn am kommenden Wochenende in ganz Tirol wieder die Feuer auf den Berggipfeln lodern, so sei damit auch die Botschaft verbunden, endlich die Teilung Tirols durch Italien zu überwinden, erklärt die Bewegung.

Die europäische Entwicklung der letzten 25 Jahre — angefangen von der Wiedervereinigung Deutschlands, bis zum jüngsten Unabhängigkeitsreferendum in Schottland — habe gezeigt, dass letztlich immer das Volk entscheidet was es will und Unrechtsgrenzen auch wieder friedlich verschwinden lassen kann, so die Süd-Tiroler Freiheit. Im Lichte dieser Entwicklung sei das Herz-Jesu-Fest ein flammendes Bekenntnis für den Wunsch der Tiroler nach Freiheit und Einheit.

FH: „Herz-Jesu-Sonntag mit aktueller Botschaft auch heute noch“

„Auch kommenden Sonntag findet wieder der Herz-Jesu-Sonntag statt. Es ist ein jährliches Zeichen für die Eigenständigkeit unseres Landes. Die Tiroler hatten 1796 sich dem Herzen Jesu anvertraut und im Kampf gegen die äußere Bedrohung um Unterstützung gebeten. Auch heute sollen die Tiroler Fahnen, das Herz-Jesu-Lied „Auf zum Schwur“ und die Bergfeuer diesen Freiheitsgedanken – für uns Freiheitliche ein friedlicher Freistaat Südtirol aller drei Sprachgruppen – unterstreichen“, schreibt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker in einer Aussendung.
 
„Die Bergfeuer brennen für mich aber auch gegen eine unkontrollierte Zuwanderung in Europa. Der Tiroler ist ein hilfsbereiter Mensch, aber Hilfsbereitschaft darf nicht ausgenutzt werden. Der Großteil der Flüchtlinge, die derzeit ins Land kommen, sind Wirtschaftsflüchtlinge und keine politischen Flüchtlinge, die wahrhaftig Hilfe bräuchten und denen auch Hilfe zusteht. Die Südtiroler aller drei Sprachgruppen fühlen sich die derzeitige unkontrollierte Zuwanderung verunsichert und auch bedroht. Europa tut gut daran schnellstens wieder eine Zuwanderung mit klaren Regeln zurückzukehren und illegale Einwanderer auszuweisen bzw. nicht ins Land zu lassen. Wenn dies nicht geschieht wird Europa zu einem Pulverfass – und das wollen die Bürger nicht. Man will in Frieden, geregelten Zuständen und in Sicherheit in Südtirol und in Europa leben. Mögen die Herz-Jesu-Feuer Tirols der Brüsseler Chaospolitik in Sachen Einwanderung ein Licht aufgehen lassen“, so Stocker abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen