Auch die Errichtung der Donauinsel im Jahr 1972 ist ein Thema

Ausstellung zeigt architektonisches Erbe Wiens und Budapests

Dienstag, 06. März 2018 | 10:45 Uhr

Dem architektonischen Erbe der Donaumetropolen Budapest und Wien im 20. Jahrhundert widmet sich eine Ausstellung, die am Dienstag im Ausstellungszentrum im Wiener Ringturm eröffnet. Anhand von rund 130 “Stadtbildpaaren” behandeln die Kuratoren Adolph Stiller und Mate Tamaska Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Architektur und Kultur der beiden Hauptstädte der Doppelmonarchie.

Bereits vor drei Jahren gab es im Rahmen von “Architektur im Ringturm” eine Ausstellung über die beiden “Schwesterstädte” der Gründerzeit. Die Ausstellung “Metropolen Budapest / Wien: Parallele Stadträume aus dem 20. Jahrhundert” versteht sich als Fortsetzung und stellt die baulichen Entwicklungen beider Städte zwischen 1918 und 1970 ins Zentrum.

Dabei werden die wichtigsten architektonischen, städtebaulichen sowie gesellschaftlichen Debatten des 20. Jahrhunderts aufgegriffen und anhand vieler Fotos beleuchtet. Zentrale Themen dabei sind Entwicklungen und Reformen im Bereich des Wohnbaus, der öffentliche und private Verkehr, der das Stadtbild durch massive Eingriffe für Verkehrsbauten grundlegend veränderte, aber auch die Bedeutung der Verfügbarkeit von Licht und Elektrizität für das städtische Leben.

Neue Materialien und Techniken boten neuen Möglichkeiten der Vertikalität: “Den Bau von hohen Wohn- und Bürohäusern verbinden viele mit der Verbreitung von Stahlbeton. Mindestens ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, war die Entwicklung des Maschinenbaus: Aufzüge, der Ausbau von Hochdruck-Wasserleitungssystemen oder der Zentralheizung”, heißt es in den Presseunterlagen.

In Wien und Budapest wurde jedoch nicht nur viel gebaut, sondern auch viel zerstört: Zwei Weltkriege und totalitäre Regime von links und rechts hinterließen deutliche Spuren im Stadtbild. Und schließlich ist dem städtebaulichen Umgang mit jenem Fluss, der beide Metropolen verbindet, ein eigenes Kapitel gewidmet. In beiden Städten entstanden entlang der Donauufer neue Stadtviertel mit Wohnungen, Parks und öffentlichen Räumen. Der massivste Eingriff, die Errichtung der Donauinsel in Wien, startete jedoch erst 1972.

Von: apa