Maria Theresia, die Kunstförderin

Belvedere ehrt “Maria Theresia und die Kunst”

Donnerstag, 29. Juni 2017 | 14:35 Uhr

Der Ausstellungsreigen zum 300. Geburtstag von Maria Theresia geht in die Zielgerade, mit mächtigem Endspurt: Im Unteren Belvedere ist der Monarchin die Schau “Maria Theresia und die Kunst” gewidmet, die mit 120 Werken ein Zeitbild aus künstlerischer Sicht bietet. “Der Zeitpunkt für diese Ausstellung ist nicht überraschend – das Thema schon ein bisschen”, so Direktorin Stella Rollig am Donnerstag.

Dabei entfaltet sich über die Vielgestaltigkeit des Präsentierten ein Panoptikum der Zeit, das manches scheinbar Unumrückbare ins rechte Licht bringt. “Bisweilen heißt es, dass Maria Theresia kein großes Kunstverständnis gehabt habe – das ist eine sehr oberflächliche Sicht”, zeigte sich Kurator Georg Lechner bei der Präsentation der Ausstellung überzeugt. Schließlich habe die Habsburgerin mittels Stipendien für die Ausbildung von Künstlern gesorgt und als Auftraggeberin klare Entscheidungen getroffen.

So fokussierte sich die Herrscherin weniger auf die Zusammenschau bedeutender Werke aus der Kunstgeschichte, sondern aktuelle Arbeiten – was nicht zuletzt einem beschränkten Budget geschuldet war. “Sie hat zeitgenössisch gekauft – vielleicht auch aus Budgetgründen”, so Rollig. Entsprechend prägend war der Einfluss des Kaiserhauses auf die Kunstproduktion.

Deshalb kommen in der Belvedere-Schau nun Künstler zu Ehren, die mittlerweile eher in die zweite Reihe der Aufmerksamkeit gerückt sind, wie der Porträtist Martin van Meytens oder der “Leibbildhauer” der Regentin, Balthasar Ferdinand Moll, von dem der Doppel-Sarkophag für Maria Theresia und Franz Stephan in der Kapuzinergruft stammt. Von diesem sind Reliefrepliken zu sehen.

Sechs Kapitel gliedern die angehäuften Schätze in den Ausstellungshallen. Dem Bildhauer Wilhelm Beyer, der für die Ausstattung des Schönbrunner Schlossparks verantwortlich zeichnete, ist ebenso ein Abschnitt gewidmet wie den Monumentalporträts, bei denen die Arbeiten von Malern wie Franz Anton Palko oder Daniel Schmidely die Monarchin mal als Mädel, mal als virile Herrscherin oder als Mutter der Nation zeigen.

“Maria Theresia hat ein Genre besonders geschätzt, das damals ganz hinten angeordnet war: Die Landschaftsmalerei”, begründete Kurator Lechner einen Fokus auf den Landschaftsmaler Johann Christian Brand. Und auch die zahlreichen Entwürfe und Realisierungen von Deckengemälden in den Schlössern der Habsburger werden gewürdigt – wenn bisweilen auch mangels Transportoption nur Fotos zu sehen sind. Nahtlos ins Ausstellungskonzept gliedert sich indes der Providentia-Brunnen von Georg Raphael Donner ein, der sich wie immer in den Hallen findet und unter der Maria-Theresia-Herrschaft vom heutigen Neuen Markt abtransportiert wurde – da es zu Schäden gekommen war, nicht wegen der vermeintlich zu freizügigen Darstellungen, wie häufig kolportiert.

Und nicht zuletzt beleuchtet das Belvedere in einem Kapitel auch das Verhältnis des eigenen Hauses zur Monarchin. Schließlich kam das Belvedere in ihrer Regentschaft in den Habsburger-Besitz und wurde noch zu ihren Lebzeiten 1777 als Museum für die kaiserlichen Sammlungen den Besuchern geöffnet. Flankiert wird das ganze von einem umfangreichen Begleitprogramm, bei dem sich Besucher eingehend mit der Jahresjubilarin befassen können.

Von: apa